Zeckengefahr für Golfer?

Impfen oder nicht?

von Kai Wunner

Foto www.zecken.de
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In der Natur lauern Gefahren für den Golfer, die nicht zu unterschätzen sind. Neben den eher lästigen, aber in der Regel ungefährlichen Insektenstichen ist die größte Gefahr der gemeine Holzbock, umgangssprachlich Zecke genannt. Diese können insbesondere die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer speziellen Form der Hirnhaut-entzündung und die Erreger der Lyme-Borreliose übertragen.

 

Wir berichten über die Fakten und sprechen mit Dr. med Anthoni aus Esslingen über das Thema.

 

 

Zecken gehören zur Gattung der Spinnentiere und halten sich gern in hohem Gras oder in feuchtem Laub, speziell auf dauerhaft beschatteten Wiesen und auch entlang von Waldrändern, auf. Wenig gefährdet dürfte man auf trockenen, offenen Flächen, z.B. von der Sonne exponierten Kurzgrasrasen sein. Uns Golfer betrifft das also insbesondere beim Suchen der Bälle in entsprechendem Rough. Man streift sie zum Beispiel mit den Beinen ab und sie können sich dann an der Haut festsetzen und mit ihrem Stich die gefährlichen Erreger übertragen.

Wie man sich schützt

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Am besten schützt lange Kleidung, insbesondere lange Hosen; sie erschwert es, dass sich die Zecke an der Haut festsetzen kann. Auch der Einsatz von Abwehrsprays hilft, allerdings sollte die Wirkdauer beachtet werden. Besonders wichtig ist es, die Kleidung und den Körper nach der Golfrunde auf Zecken abzusuchen.

 

Sollte man fündig werden gilt: Mit Pinzette oder Zeckenkarte die Zecken so nah wie möglich an der Haut fassen und vorsichtig nach oben ziehen – ein Herausdrehen ist nicht notwendig. Die Zecke auf keinen Fall verletzen, da so Krankheitserreger in den Körper gelangen können.

 

Achtung: Hausmittel wie Klebstoff und Öl sind wirkungslos und beschädigen die Zecke, so dass Krankheitserreger noch wahrscheinlicher in den menschlichen Organismus gelangen.

Borreliose - Die heimliche Gefahr

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Neben der FSME darf man jedoch die Lyme-Borreliose nicht unterschätzen. Diese von der Zecke übertragene Infektionskrankheit, wird durch Bakterien hervorgerufen. Für diese gibt es im Gegensatz zu FSME keine Schutzimpfung. Die Infektion kann neben fiebrigen Symptomen, insbesondere rheumatische und neurologische Erkrankungen auslösen. Diese können noch nach langer Zeit auftreten und irreparable Schäden verursachen!

 

In allen gemäßigten Klimazonen der nördlichen Hemisphäre ist jede fünfte Zecke mit Borrelien infiziert. Bundesweit gibt es laut einer Schätzung eines Frankfurter Wissenschaftlers mehr als 200.000 Erkrankungen pro Jahr. Sie beginnt oft mit der Wanderröte, einem roten Ring oder Fleck um den Zeckenstich. Bei einem Verdacht sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, denn laut RKI kann man die Infektion nach Erkennung, relativ einfach mit entsprechenden Antibiotika behandeln. In Anbetracht der möglichen gravierenden, manchmal oft sehr spät auftretenden Symptomen, sollte man hier bei jedem Verdachtsfall auf Nummer sicher gehen!

FSME - Impfen ja nein?

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Die FSME wird dagegen von einem Virus verursacht. Es kommt zunächst zu grippeähnlichen Symptomen. Nach einem fieberfreien Intervall von wenigen Tagen bis etwa einer Woche entwickelt sich bei 50 Prozent der Infizierten eine Hirnhautentzündung. Bei 40 Prozent der Infizierten erfolgt eine Gehirnentzündung. Hohes Fieber über 40°C ist bis auf sehr seltene Ausnahmen immer dabei. Da keine Behandlung möglich ist, muss der Körper mit dieser Krankheit selbst fertig werden. Es können jedoch schwere Folgeschäden nicht ausgeschlossen werden. Im Extremfall kann die Krankheit tödlich verlaufen.  Es gibt keine Medikamente zur Behandlung der FSME, bislang kann die FSME nur symptomatisch behandelt werden.

 

Aus diesem Grunde ist der sicherste Schutz gegen FSME die Impfung. Die Wahrscheinlichkeit durch einen Zeckenstich mit dem FSME-Virus infiziert zu werden ist weitgehend auf süddeutsche Regionen begrenzt und die Risikogebiete können den vom Robert-Koch-Institut erstellten Karten entnommen werden. 

 

In Deutschland ist eine unabhängige Expertenkommission „Die Ständige Impfkommission“ (STIKO) für die Erstellung der Impfempfehlungen zuständig. Diese empfiehlt die FSME-Schutzimpfung für Personen die in Risikogebieten wohnen oder sich aufhalten und bei ihren Aktivitäten infiziert werden können. Auch Urlauber aus anderen Bundesländern sollten das Infektionsrisiko berücksichtigen. Ein zeitlich begrenzter Schutz benötigt mindestens  zwei Gaben des Impfstoffs, mit drei Gaben hält die Wirkung drei bis fünf Jahre. Danach sollte die Impfung aufgefrischt werden. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die Impfung.

Zuwachs bei FSME-Erkrankungen um 115%

Im Jahr 2013 wurden dem RKI insgesamt 195 FSME-Erkrankungen  übermittelt. „Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren, aber man muss trotzdem in den Risikogebieten immer mit einer Erkrankung rechnen“, sagt Susanne Glasmacher, Biologin und Pressesprecherin des Robert Koch-Instituts. Dies hat sich bei den 2013 gemeldeten Zahlen klar bestätigt: Mit 420 Meldungen gab es einen Zuwachs um 115 %!

 

Die bisher meisten FSME-Fälle wurden 2006 gemeldet, damals waren es 546 Erkrankungen. 

Doch was sind die Nebenwirkungen der Impfung? Laut RKI könne Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, sowie Hautrötungen vorübergehend auftreten. Die ist jedoch meist nur bei der ersten Impfung der Fall.

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Es besteht Handlungsbedarf

Das Abwägen der möglichen Nachteile, gegenüber der zwar nicht hohen Wahrscheinlichkeit sich mit FSME zu infizieren, wird natürlich stark von den potentiellen extremen Auswirkungen im Eintrittsfall beeinflusst. 

 

Der Golfer gehört sicherlich zu dem von der STKO angesprochenen Personenkreis. Das Verhalten des Einzelnen ist bei der Abwägung zu berücksichtigen. Spielt man überhaupt in Risikogebieten? Trägt man gerne kurze Kleidung? Verwendet man entsprechende Abwehrsprays? Sucht man seine Bälle auch im tiefsten Rough?

 

Kommen die Risikofaktoren zum Tragen gehört man sicherlich zu dem Personenkreis, dem die STIKO die Impfung empfiehlt. Für den Golfer in den Risikogebieten ist es sicherlich sinnvoll. 

Warum ist die FSME-Impfung wichtig?

Die FSME-Impfung (Frühsommer-Meningo-encephalitis) ist sehr wichtig, da es aufgrund einer Gehirn-, Gehirnhaut- oder Rückenmarkentzündung, die durch Viren verursacht wird und durch den Stich von Zecken auf den Menschen übertragen wird zu Lähmungen, bis hin zum Tod, kommen kann.

Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Hauptübertragungszeit liegt zwischen April und November, Zecken kommen in Mitteleuropa nur bis 1300m Höhe vor.

Gerade Süddeutschland, besonders Bayern und Baden-Württemberg ist von der FSME betroffen, so dass das Robert-Koch-institut in Berlin eine FSME-Impfung ausdrücklich für die Einwohner dieser Gebiete empfiehlt.
Dabei existiert ein gut verträglicher Impfstoff sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene, der von den gesetzlichen und Privatkassen erstattet wird und in allen Allgemein-Praxen vorrätig ist.

In der Regel ist eine dreimalige Impfung notwendig, um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten, Auffrisch-impfungen sollten alle 3 Jahre, später alle 5 Jahre durchgeführt werden. Bei Unklarheiten den Hausarzt aufsuchen.

Warum sollen sich Golfer insbesondere impfen lassen?

Gerade Golfer sollten, aufgrund der ständig möglichen Exposition zu Zecken, einen vollständigen Impfschutz gegen FSME haben und falls Unklarheiten bestehen, dieses beim Hausarzt überprüfen lassen, da sich mit der vergleichsweise wenig belastenden Impfung schwere Krankheitsbilder vermeiden lassen.
Ebenso sollten Sie ihren Körper nach jedem Spiel auf Zecken absuchen und ggf. vorhandene Zecken beim Arzt entfernen lassen.

Falls um einen Zeckenstich eine Rötung, eine sog. „Wanderröte“ auftritt (Erythema migrans) sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden, da Zecken nicht nur FSME, sondern auch eine Borreliose übertragen können, gegen die bisher noch nicht geimpft werden kann und die sich im Anfangsstadium als Wanderröte um einen Zeckenstich bildet. Diese kann dann antibiotisch behandelt werden.

Drei Fragen an Dr. med. Anthoni, Esslingen

Warum ist die FSME-Impfung wichtig?

 

Die FSME-Impfung (Frühsommer-Meningo-encephalitis) ist sehr wichtig, da es aufgrund einer Gehirn-, Gehirnhaut- oder Rückenmarkentzündung, die durch Viren verursacht wird und durch den Stich von Zecken auf den Menschen übertragen wird zu Lähmungen, bis hin zum Tod, kommen kann.

Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Die Hauptübertragungszeit liegt zwischen April und November, Zecken kommen in Mitteleuropa nur bis 1300m Höhe vor.

Was ist dabei zu beachten?

 

Gerade Süddeutschland, besonders Bayern und Baden-Württemberg ist von der FSME betroffen, so dass das Robert-Koch-institut in Berlin eine FSME-Impfung ausdrücklich für die Einwohner dieser Gebiete empfiehlt.
Dabei existiert ein gut verträglicher Impfstoff sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene, der von den gesetzlichen und Privatkassen erstattet wird und in allen Allgemein-Praxen vorrätig ist.

In der Regel ist eine dreimalige Impfung notwendig, um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten, Auffrisch-impfungen sollten alle 3 Jahre, später alle 5 Jahre durchgeführt werden. Bei Unklarheiten den Hausarzt aufsuchen.

Warum sollen sich Golfer insbesondere impfen lassen?

 

Gerade Golfer sollten, aufgrund der ständig möglichen Exposition zu Zecken, einen vollständigen Impfschutz gegen FSME haben und falls Unklarheiten bestehen, dieses beim Hausarzt überprüfen lassen, da sich mit der vergleichsweise wenig belastenden Impfung schwere Krankheitsbilder vermeiden lassen.
Ebenso sollten Sie ihren Körper nach jedem Spiel auf Zecken absuchen und ggf. vorhandene Zecken beim Arzt entfernen lassen.

Falls um einen Zeckenstich eine Rötung, eine sog. „Wanderröte“ auftritt (Erythema migrans) sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden, da Zecken nicht nur FSME, sondern auch eine Borreliose übertragen können, gegen die bisher noch nicht geimpft werden kann und die sich im Anfangsstadium als Wanderröte um einen Zeckenstich bildet. Diese kann dann antibiotisch behandelt werden.

Dr. med. Anthoni

 

Hat die Platzreife im Golfclub Kirchheim-Wendlingen gemacht und ist noch reiner Freizeitgolfer. Als Mitglied der Golftherapeuten hat er immer ein offenes Ohr für Golfer mit gesundheitlichen Problemen.

 

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Wengertweg 8 · 73734 Esslingen · Tel. 0711-3451111

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Mehr Infos zum Thema finden Sie unter: Robert-Koch-Institut:

www.rki.de > Infektionskrankheiten A-Z > FSME oder direkt unter

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/FSME_node.html

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