Tralee Golf Links – A Walk on the Wild Side

von Kai Wunner

Irland - Juni 2013

Bahn 3 The Castle - Foto Traleegolfclub.com
Bahn 3 The Castle - Foto Traleegolfclub.com

Atemberaubende Landschaft, Dünen und Klippen am Atlantik, warmherzige Menschen. Ein Golferlebnis der unvergesslichen Art. Ein Bericht über Linksgolf und einen der schönsten Links Golfplätze, der als das Meisterwerk von Arnold Palmer gilt.

Links Golf - woher kommt der Name wirklich

 

Für diesen Urlaub im Südwesten von Irland hatte ich mir vorgenommen, endlich das echte Links Golf zu erleben. Die Bezeichnung Links kommt von dem altenglischen Wort hlinc (neuenglisch lean, schlank, mager) und steht für Küstengelände mit Sand und Dünengras, das trostlos und mager erscheint. Da in der Wiege des Golfsports in Schottland überwiegend Links-Plätze vorhanden sind, gilt Links Golf als die ursprünglichste Form des Golfsports. Starke Wettereinflüsse durch Wind und Regen, kaum Bäume, dafür Bälle verschlingendes Dünengras, steinharte ondulierte Grüns bei denen für die Annäherung aus zwanzig Metern auch schon mal der Putter gebraucht wird, stellen für den Golfer eine echte Herausforderung dar.

Tralee von oben - Foto traleegolfclub.com
Tralee von oben - Foto traleegolfclub.com

Tralee Links– Ein Werk von Arnold Palmer und Gott

Die Auswahl an herausragenden Links-Plätzen ist groß im Südwesten Irlands. Old Head of Kinsale, Ballybunnion, Waterville sind da exemplarisch zu nennen. Einer der Schönsten davon ist der Tralee Golf Links, der auch in den Top Ten Ocean Courses bei Golf Channel aufgeführt wird. Der von Arnold Palmer 1984 überarbeitete Platz wurde 1896 gegründet. Der Par 72 Golfplatz ist mit 6109 Metern vom Herren-Abschlag schon fordernd, denn vom Profi-Abschlag ist er nur 284 Meter länger. Für die Damen sind es immer noch 5012 sportliche  Meter!

Er liegt am atlantischen Ozean und ist eine einzigartige Kombination aus typischem Küsten Links Golf verbunden mit einer atemberaubenden Schönheit. Der herausfordernde Platz ist eine Kombination aus Abschlägen auf den Gipfeln von Klippen, sich auftürmenden Dünen, ondulierten Fairways und jede Menge Rough, das keinen Fehlschlag verzeiht. Der Anblick der weißen Sandstrände und der Berge der Dingle Halbinsel sind unvergesslich schön.
Selbst Arnold Palmer war beeindruckt, was sein Zitat deutlich zum Ausdruck bringt:
Ich habe vielleicht die ersten 9 Loch entworfen, aber die zweiten neun Loch wurden ganz sicher von Gott entworfen!

Am Tag vor unserem Trip nach Tralee spielten wir in Kenmare, einem preiswerten, aber schönen Platz am Ring of Kerry. Im Gespräch mit dem Manager Paul Brown über unser morgiges Ziel machte er eine klare Ansage: Tralee - sensationell schön, aber eine echte Herausforderung!

Bahn 3: The Castle
Bahn 3: The Castle

Greenfee teuer? Aber nur auf den ersten Blick und jeden Cent wert

Das Greenfee  in der Hochsaison von Mai bis September beträgt € 180 und man  kann es auf  € 140  senken, wenn man vor zehn Uhr morgens abschlägt. Paare bekommen einen weiteren Rabatt. Die zweite Runde innerhalb einer Woche gibt es momentan für € 50! Außerhalb der Hochsaison sind die Greenfee-Preis deutlich reduziert.  Überhaupt kann man in Irland auf Grund der wirtschaftlichen Lage meistens günstigere Preise aushandeln, insbesondere wenn man eine Gruppe ist.

Der Autor mit Arnold Palmer
Der Autor mit Arnold Palmer

Arnold Palmer und ballfressende Klippen

Auf dem Weg zum Tee 1 wird man von Arnold Palmer in Form einer Statue begrüßt. Die heraufziehenden dunklen Wolken und der starke Wind boten schon einen Vorgeschmack dessen, was uns heute erwarten würde. Das schönste Loch der Front Nine ist die Bahn drei, ein „the Castle“ genanntes Par drei. Bei einer Länge von 144 Metern vom Herrenabschlag erinnert das Loch an die berühmte Bahn sieben in Pebble Beach, ist es doch ähnlich abschüssig und schmal. Wenn der Wind nicht ins Spiel kommt, kann man das, direkt vor einem Burgturm aus dem 14. Jahrhundert gelegene Grün, mit einem Eisen 8 oder 9 anspielen. Aber jeder Ball rechts fällt zwangsläufig den steilen Klippen zum Opfer.

Beeindruckende Back Nine, Hubschrauber auf dem Golfplatz

Beim Drive war nicht hoch und weit angesagt, sondern besser flach mit viel Roll. Bälle, die im hohen Dünengras landeten, waren selten wieder zu finden. Gelegentliche Schauer wechselten mit Sonnenschein, die Wolken peitschten durch die wunderschöne Landschaft. Nach den ersten neun Loch mit Blick auf Klippen und Ruinen ging es dann in den schönsten Teil des Platzes, der in den Klippen und Dünen angesiedelt ist. Beim Abschlag an Tee 10, erkannten wir, dass es clever war, unsere Damen voraus spielen zu lassen. Drei Flights hatten sich inzwischen eingefädelt, einer davon frisch mit dem Helikopter eingeflogen. Die Präzision der Damen hat sich als klarer Vorteil für ein schnelles Spiel erwiesen.

Die Fairways wurden schmaler, die Grüns, oft auf Hügeln platziert, immer schwerer anzuspielen. Je nachdem. ob die Abschläge auf dem Berg oder im Tal platziert waren, kam der Wind stark ins Spiel.
Bei einem Putt auf der 18 bog mein Ball nach einer heftigen Böe im 90 °-Winkel ab!

Bahn 12 Bracken - Foto traleegolfclub.com
Bahn 12 Bracken - Foto traleegolfclub.com

Signature Hole und Caddys im Einsatz

Eines der schönsten Löcher auf der Back Nine ist die 12 mit dem Namen „Bracken“: Das 400 Meter lange Par 4 beeindruckt: Rough rechts, ein Hang links, bei einem schmalen Fairway, ohne die Landezone einsehen zu können. Wenn der Ball beim Drive weit genug den Hang hinab rollt, kann man mit dem nächsten Schlag die Fahne auf dem ausgesetzten Grün angreifen. Selten war ich auf ein Doppelbogey so stolz! Peter Andrew vom „American Heritage“ ist der Meinung, dass dieses Loch zu den besten Par 4 auf der Welt gezählt werden wird.

Bei den meisten Fligths, außer unseren beiden, waren Caddys dabei. Diese halfen bei den vielen blinden Löchern und bei der Ballsuche. Wir wussten oft nicht, wo wir überhaupt hinspielen sollten und verloren einige Bälle. Ein Caddy hätte sich vielleicht doch gelohnt! Die Kosten für einen Caddy, der einem ja auch das Bag trägt, beträgt € 25 für einen Junior Caddy und € 40 für einen Senior Caddy.

Meine Runde beendete ich mit 15 Schlägen über meinem Handicap. Ich bin stolz auf dieses Ergebnis, denn mit Herausforderung hatte Paul Brown wahre Worte gesprochen! Schade war nur eines: Auf Grund unserer gebuchten Tee-Times auf anderen Plätzen, konnten wir das Angebot der zweiten Runde für € 50 nicht nutzen. Denn diesen Platz sollte man zweimal spielen: Einmal für die unglaublich schöne Landschaft und einmal um die sportliche Herausforderung des exzellent gepflegten Golfplatzes zu genießen. Darüber hinaus ist die große Gastfreundlichkeit und Warmherzigkeit der Iren im Allgemeinen, aber auch des Servicepersonals im Tralee Golf Links im speziellen, etwas ganz besonderes.

Der erste von Arnold Palmer in Europa entworfene Golfplatz ist gleichzeitig wohl sein bester!

Für mich wird es ein unvergessliches Erlebnis bleiben! Links Golf macht süchtig, und ich freue mich schon auf den nächsten Links Course, den es zu spielen gilt.


Weitere Informationen unter: http://traleegolfclub.com

 

Top 10 Ocean Courses of the World

 

Quelle Youtube.com

 

 

Bildergalerie aus Tralee - Fotos von traleegolfclub.com

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