Tempolimit für Deinen Golfschwung

Up & Down - Dein Golftrainings Blog

von Fabian Bünker

Golfpro Fabian Bünker
Golfpro Fabian Bünker

Kennst Du das? Du hast eine Trainerstunde gehabt und Du hast mit Deinem Pro an der Technik gearbeitet. Während der Stunde  hat das auch ganz gut geklappt.

Wenn Du aber am nächsten Tag auf die Driving Range gehst, dann klappt gar nichts mehr?

 

Wenn Du zu denen gehörst, die davon genug haben, dann solltest Du weiterlesen. Alle anderen sollten diesen Artikel nicht weiterlesen oder anklicken, sondern so weitermachen wie bisher.

Die Schwungzerstörer
Die Schwungzerstörer

Okay! Du hast weitergelesen:)! Du willst also etwas verändern! Sehr gut!

 

Ich wundere mich immer wieder aufs Neue, wie wenig Nutzen das klassische Techniktraining im Golfsport hat. Und ich habe mich lange gefragt, wie das sein kann und woran das liegt. Den meisten Amateuren würde das ein oder andere Fine Tuning am Golfschwung aber schon mal ganz gut tun. Jeder weiß das auch, Du bestimmt auch. Trotzdem ist es wahnsinnig schwer, den Schwung nachhaltig zu ändern.

 

Für mich hat das folgende Gründe:

  1. Die meisten Amateure denken an 1000 Sachen gleichzeitig, wenn sie einen Golfschwung machen. Warum nur? Warum nur? Es geht doch nur darum, den kleinen weißen Ball zu treffen!
  2. Andere Mythen sorgen für eine schlechte Leistung im Schwung.
  3. Wenn an der Technik gearbeitet wird, wird gegen jede Lernregel (vom Kleinen zum Großen, vom Bekannten zum Unbekannten etc.) verstoßen. Der Schwung wird immer in seinem normalen Tempo und Umfang durchgeführt.


Und das ist für mich das Hauptproblem. Immer „volle Möhre“ kann nicht funktionieren!

Tempo drosseln

Eine neue Technik oder eine neue Bewegung im Golfschwung ist häufig sehr schwer umzusetzen, da das Tempo eines Golfschwunges fast nur einen unbewussten Ablauf zulässt. Die Winterzeit ist aber geradezu prädestiniert, um intensiv an der Schwungtechnik zu arbeiten. Um Dir zu helfen, eine Bewegung besser zu fühlen und schneller umsetzen zu können, nutze ich eine Übung, die ich bei Pia Nilsson und Lynn Marriot während eines  Golf54 Seminares kennen und schätzen gelernt habe und auch für mein eigenes Training sehr häufig nutze.


Sie nennt sich Tai Chi Golf und ist angelehnt an den Bewegungsfluss und –Geschwindigkeit der asiatischen Kampfkunst. Langsam und sehr kontrolliert. Am Ende dann völlig automatisiert und von innen heraus. Dabei musst Du Deinen ganz normalen Golfschwung in absoluter Zeitlupe ablaufen lassen, um den Schläger und Körper ganz bewusst zu bewegen und jede einzelne Teilbewegung zu spüren.

Unbekannte Baustellen

Dabei tun sich auch für mich als beobachtenden Pro immer wieder erstaunliche Dinge und unbekannte Baustellen im Schwung auf. Besonders im Follow Through herrscht häufig eine große Unsicherheit. Warum, kann ich nur vermuten, vielleicht, weil für viele Golfer, die Bewegung mit dem Balltreffen zu Ende ist? Dabei hilft eine gute Vorstellung des Durchschwunges, den Abschwung konstant gut ablaufen zu lassen. Die Vorstellung des eigenen Golfschwunges wird Dir durch diese Übung deutlich und hilft damit natürlich auch Deinem Pro Fehlerquellen zu erkennen. Wenn Du weißt, wo Du hin schwingen willst, hilft das Deiner Bewegungsgenauigkeit.

Zuerst ohne Ball

Zu Beginn solltest Du viele Tai Chi Schwünge ohne Ball durchführen. Die ersten Tai Chi Schwünge werden meist zu schnell durchgeführt, und es dauert, bis eine absolute Kontrolle über diese langsame Bewegung vorhanden ist. Deine Konzentration bei dieser Übungsform muss sehr hoch sein. Du wirst aber merken, wie sicher Du nach einiger Zeit wirst. Die Erfolge sind phänomenal, da Du wirklich jeden einzelnen Teilaspekt des Golfschwungs bewusst durchläufst oder vielmehr durchschwingst und so erst merkst, wie Du bestimmte Bewegungen umsetzen kannst (oder auch nicht). Wird die Bewegung ohne Ball konstanter und gefestigter, kannst Du einen Ball dazu nehmen, der auch „geschlagen“ werden soll. Allerdings wird dieser aufgrund der geringen Schlägerkopfgeschwindigkeit nur einige Zentimeter rollen.

Augen zu!

Schließe die Augen! Das verstärkt das innere Abbild der Bewegung noch einmal. Zu Beginn wirst Du dabei bestimmt das Gleichgewicht verlieren. Lass Dich davon aber nicht abhalten. Mach weiter! Und zwischendurch eine Pause!

Und immer langsamer

Absolute Könner dieser Form können auf die Sekunde bestimmen, wie lange sie für einen Tai Chi Golfschwung benötigen. Als Trainer kann man nach einiger Übungszeit auch vorgeben, dass die Bewegung z.B. 30 Sekunden oder 1 Minute dauern soll. Werde aber auch Du in Deinem Tai Chi Schwung immer langsamer…und langsamer…und langsamer…

Und wieder schneller

…und dann wieder schneller….und schneller…und schneller…

Zu Steigerung lässt sich dann die 30- 60- 90 Regel anwenden.

Die ersten Schläge führst Du mit 30 % Tempo durch. Ist die Bewegung gefestigt, steigerst Du Dich auf 60 % der normalen Geschwindigkeit. Ganz am Ende sollte die neue Bewegung mit einem 90 % Tempo umgesetzt werden können. Aus meiner Sicht solltest Du Schläge mit einem 100 % Tempo gar nicht durchführen. Der Kontrollverlust ist zu hoch. Nimm Tempo raus, treffe den Ball besser und oh Wunder, schlage den Ball dadurch länger und konstanter.

my5rules für Tai Chi Schwünge

  1. gebe Dir eine klare und deutliche Bewegungsanweisung
  2. nur auf einen Bewegungsaspekt konzentrieren
  3. eine ruhige Umgebung suchen
  4. Feedback von außen holen
  5. zu Beginn nur Schwünge ohne Ball durchführen

Viel Spaß bei der nächsten Tai Chi Golf- Trainingseinheit!

„Up & Down“
Dein
Fabian

Weitere Tipps erhältst du in Zukunft hier bei der Stuttgart Golf Community oder auf meinem Blog. Registriere Dich für meinen Newsletter und Du bekommst immer die aktuellsten Tipps direkt zugesandt!

 

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