Golfen für die Olympioniken – Premiere auf dem Golf-Rollstuhl

Der Olympiastützpunkt war zu Gast im Golfclub Marhördt

von Michael Clauss

Es herrschte in mehrerlei Hinsicht olympisches Flair im Golfclub Marhördt. Die Fördergesellschaft des  Olympiastützpunkts Stuttgart hatte Sponsoren, Freunde und Partner zum Golfturnier geladen. Es ging darum Gelder für die Nachwuchsolympioniken am Olympiastützpunkt (OSP) zu sammeln. Mit Daniel Bohnacker (Skicross) und Kim Bui (Turnen) versuchten sich auch zwei Olympiateilnehmer mit dem Golfschläger. Bui ging es wegen ihrer Knieverletzung im Schnupperkurs eher vorsichtig an. Bohnacker traute sich auf den Platz und kostete, ganz im Zeichen seiner Sportart Skicross, das eine oder andere Hindernis aus. Turntrainer Rainer Arnold nutze in Marhördt Hölzer und Eisen statt Holmen und Reck.

Udo Strohäker mit seinem Paragolfer - Foto Udo Strohäker
Udo Strohäker mit seinem Paragolfer - Foto Udo Strohäker

In den Siegerlisten ganz vorne waren Christiane Blessing (GC Marhördt, 28 Bruttopunkte) und Max Knorpp (GC Schönbuch, 32).

Viele Blicke auf sich zog Udo Strohäker, der mit einem Golf-Rollstuhl im Turnier unterwegs war. Der Herrenberger ist seit 31 Jahren nach einem Autounfall querschnittsgelähmt („inkomplett“). Vor zwei Monaten hat den 53-jährigen technischen Assistenten der Sportwissenschaft am OSP das Golffieber gepackt. Die ersten Schläge probierte Strohäker noch in seinem Alltags-Rollstuhl. Dabei war er aber im Schwingen eingeschränkt und auf das Putting-Grün konnte er mit den schmalen Reifen auch nicht. Das Golfvirus hatte da aber schon zugeschlagen, also packte ihn der Ehrgeiz.

Schwingen mit dem Paragolfer - Foto Udo Strohäker
Schwingen mit dem Paragolfer - Foto Udo Strohäker

Für das OSP-Turnier in Marhördt wurde extra ein Golf-Rollstuhl organisiert, mit dem Strohäker aufrecht schlagen und auch den kompletten Platz befahren konnte. „Ich war heute das erste Mal auf dem Grün“ berichtet Strohäcker von seiner Premiere beim Putten. Denn das dreirädrige Fahrzeug war erst kurz vor seinem Einsatz angeliefert worden, Eingewöhnungszeit bleib also keine. Der Dauerregen und die Kälte machten ihm weniger zu schaffen als vielmehr seinem Gefährt. Die Elektrik hatte kurze Aussetzer. Aber davon lässt sich Strohäker nicht vom Golfsport abbringen.  „Ich bleibe auf alle Fälle dabei“, hat er für sich eine neue Sportart entdeckt. Er richtet dabei aber auch gleich den Blick auf andere behinderte Golfer. „Es wäre toll wenn sich in Baden-Württemberg ein Behinderten-Golf-Verband gründen könnte“. Udo Strohäker ist somit in seinem Denken ein Olympionike durch und durch – beruflich am OSP, aber auch im Blick für andere behinderte Sportler in seiner neuen Sportart Golf.

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