Der eine gute Schlag ist wie ein Virus

GOLFEN FASZINIERT: Golfen ist im Wettkampfbereich absolut kein Rentnersport und Golfen können sich nicht nur die Reichen und Schönen leisten

von Jörg Hinderberger

Golfleidenschaft pur! © Jens Schamberger
Golfleidenschaft pur! © Jens Schamberger

Schon mit drei Jahren hat Vivienne Bühle angefangen den Golfschläger zu schwingen. Susan Reichert begann erst mit 38 Jahren und Ann-Kathrin Nahl absolvierte ein zweijähriges Golf-Stipendium den USA. Alle drei Regionalliga-Spielerinnen des GC Hetzenhof sind Beispiele, dass Golf im Wettkampfbereich definitiv kein Rentnersport ist.

 

Golfen ist nur ein Sport für die Oberschicht. Golfen ist kein Sport, bei dem ich ins Schwitzen kommen. Golfen ist nur ein Sport für die Generation Ü 60. Wer golft, hat schon lange keinen Spaß mehr im Alltag. Die Sprüche und Klischees, mit denen sich vor allem junge Golferinnen und Golfer auseinandersetzen müssen, gibt es überall und sind allgegenwärtig. Wer sich jedoch einmal näher mit der Sportart Golf beschäftigt, der wird schnell eines Besseren belehrt und vor allem mit dem Virus „Golf“ infiziert. Als Sportredakteur der Rems-Zeitung machte ich mich also auf den Weg zum Golfclub Hetzenhof. Im Schlepptau hatte ich meinen Freund und Fotografen Jens Schamberger, der für außergewöhnliche Sportbilder einen besonderen Blick hat.

Wir wollten mal sehen, ob das Golfen wirklich den Klischees entspricht oder unsere Meinung sich komplett verändert. Die Antwort wurde schon im Gespräch mit den Regionalliga-Golferinnen des GC Hetzenhof nach wenigen Minuten gegeben: „Golfen ist anstrengend, macht Spaß und ist besonders im Jugendbereich auch finanzierbar“, sagt Ann-Kathrin Nahl. Die 24-jährige Mannschaftsführerin der Regionalliga-Truppe, Ann-Kathrin Nahl, sowie die 14-jährige Vivienne Bühle und die 48-jährige Susan Reichert nahmen sich unser an und wir machten uns auf den Weg zu den Abschlägen.

So liest man Grün! Susan Reichert beim Putten - © Jens Schamberger
So liest man Grün! Susan Reichert beim Putten - © Jens Schamberger

„Seit acht Jahren bin ich Golferin. Über meinen Mann bin ich zum Golfen gekommen. Ich konnte nach den ersten Schlägen nicht mehr aufhören und wurde vom Virus infiziert“, berichtet Susan Reichert. Als leidenschaftliche Radfahrerin hatte Susan nie gedacht, dass sie einmal in der ersten Damenmannschaft um Auf- und Abstiege kämpft. „Ich hatte auch die Meinung, dass die Spieler beim Golfen nicht ins Schwitzen kommen. Nach meinen ersten 18 Loch wusste ich, dass diese Meinung nur Leute haben, die es noch nie ausprobiert haben“, erzählt Susan Reichert und fügt hinzu: „Bei einem 18-Loch-Spiel ist es auf den Bahnen 15 bis 17 durchschnittlich gelaufen, aber an Loch 18 gelingt ein Birdie. Ein Put aus fünf Metern Entfernung gibt dir dieses gute Gefühl, dass du nicht aufhören willst und es gleich wieder versuchen möchtest.“

Golfen ist ein schöner Sport in der Natur

Dieses Gefühl gibt es tatsächlich. Nach fünf Versuchen, den kleinen Ball aus fünf Metern Entfernung einzulochen, überkam auch den Sportredakteur dieses Gefühl: „Wahnsinn, dieses Gefühl ist einzigartig.“ Jens Schamberger baute immer wieder seine notwendigen Utensilien auf, um die perfekten Bilder einzufangen. Immer wieder beobachteten uns Golferinnen und Golfer: „Was macht ihr denn hier? Das sieht ja professionell aus.“ Ich fragte mich, ob sich wirklich nur die Reichen diesen Sport leisten können. „Es gibt Sportarten, die genauso viel kosten wie das Golfen. Es kommt immer darauf an, wo und wie man diesen Sport betreibt. Ich kann mein Golfbag über den Platz tragen oder mit dem E-Car herumfahren. Ich kann mir die teuersten Schläger zulegen oder mir auch erst einmal Schläger, Ball und Tasche ausleihen. Ich kann Mitglied werden oder nur so spielen“, beantwortet Susan Reichert meine Finanzfrage.

Kraftvoll durch den Sand! Vivienne Bühle im Bunker - © Jens Schamberger
Kraftvoll durch den Sand! Vivienne Bühle im Bunker - © Jens Schamberger

Und dann fiel Vivienne Bühle auf. Das 14-jährige Talent schnappte sich den Ball, legte ihn acht Meter vom Loch entfernt hin und nahm ihre Hände zur Hilfe, um die Neigung des Platzes auszumessen. „Ich kann mit meinen Händen herausfinden, wie ich den Ball treffen muss, damit er direkt ins Loch geht“, so Vivienne Bühle. Gesagt, getan. Der Ball wurde direkt versenkt. Respekt. Und bei drei weiteren Versuchen gelang das Kunststück wieder.Wie schafft man das? „Ich habe mit drei Jahren angefangen. Es ist ein schöner Sport in der Natur und es macht mir sehr viel Spaß“, berichtet Vivienne Bühle. Tiger Woods oder Sandra Gal seien ihre Vorbilder. „Es ist mein Traum, irgendwann professionell Golf zu spielen. Es gibt schon 17-Jährige auf der Tour. Das geht schon“, erzählt die 14-Jährige vom Golfclub Hetzenhof. Tägliches Training, darunter auch Athletiktraining, seien unbedingt nötig, um sich zu verbessern. Wer sich einen Abschlag der Damen einmal genauer anschaut und dabei sieht, wie der Oberkörper und der Rücken in einer schnellen Drehbewegung belastet werden, erkennt auf Anhieb, dass es sich um Sport handelt, und zwar keinen Rentnersport.

Powerdrive! Ann-Kathrin Nahl am Abschlag - © Jens Schamberger
Powerdrive! Ann-Kathrin Nahl am Abschlag - © Jens Schamberger

In den USA ist Golfen ebenso gut angesehen wie Football oder Basketball. Es gibt Schulen, die sich speziell auf Golfer eingestellt haben. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Schulen, die das Golfen den Kindern und Jugendlichen schmackhaft machen wollen. In Lorch gibt es am Gymnasium zum Beispiel eine Abschlag-Schule. Hier nahm unter anderem Ann-Kathrin Nahl während ihrer Schulzeit aktiv teil. „Es ist wichtig, dass die Kinder schon in den Schulen unsere Sportart kennenlernen. Es gibt genügend Möglichkeiten, wie man Golfen für Kinder interessant gestalten kann“, äußert sich Ann-Kathrin Nahl.

Die 24-jährige Studentin wohnt in Wäschenbeuren und zählt als Mannschaftsführerin zu den besten Spielerinnen am Golfclub Hetzenhof. „Ich bin mit 15 Jahren in der ersten Damenmannschaft aufgenommen wurden. Die damalige Kapitänin hat mich gut betreut und heute bin ich Mannschaftsführerin“, so die 24-Jährige, die in den USA ein zweijähriges Stipendium in Alabama absolvierte. Neben dem Ziel Aufstieg in die 2. Bundesliga mit dem GC Hetzenhof möchte Ann-Kathrin Nahl bei internationalen Amateurmeisterschaften mitspielen. Am Sonntag steigt der nächste Regionalliga-Spieltag in Heidelberg. Fünf Stunden dauert ein Wettkampf. Sechs Spielerinnen treten an und fünf kommen in die Wertung. „Wir würden uns über mehr Unterstützung freuen. Nur bei den Schlägen muss der Zuschauer ruhig sein“, berichtet Nahl.

Zum Fotografen

Mein Name ist Jens Schamberger und ich komme aus dem kleinen Ort Lorch bei Stuttgart. Sport hat mich mein ganzes Leben begleitet, habe viele Sportarten selbst betrieben, von Fußball übers Schwimmen bis hin zum Triathlon. Beim Handball bin ich allerdings hängengeblieben. Mehr von mir gibt es unter: www.jensschamberger.de

Beruflich stark eingebunden und weltweit unterwegs musste ich den Sport aus zeitlichen Gründen an den Nagel hängen, was mich dann aber letztlich zur Fotografie brachte. Angefangen hat das vor 3 Jahren mit einer Nikon D5100 und einem 18-55mm Objektiv. Jedes Foto, welches ich machte, war natürlich das beste!Als ich dann mein erstes Handballspiel in einer “stockdunklen” Halle mit einem Nikkor 70-300mm Objektiv fotografierte, war es um mich geschehen: Ich habe Bücher gewälzt, wie zum Beispiel das Buch: Digitale Fotografie von Scott Kelby und mir neue Ausrüstung zugelegt. Ich habe versucht soviel Sport wie möglich zu fotografieren, bis mich Agenturen anschrieben und ich schlussendlich in der Ersten Handball Bundesliga fotografieren konnte.

Der Einsatz von portablen Blitzen

Doch das hat mir noch nicht gereicht; ich wollte mehr. Ich wollte etwas machen, was nicht jeder macht und was auch nicht so einfach umzusetzen ist.Also beschäftigte ich mich mit der Blitzlicht-Fotografie, anfangs ‘nur’ mit Aufsteckblitzen. Dann habe ich von SuperSync gelesen und es bei Martin Krolop in seinen Videos gesehen. Man liest sehr viel darüber, positives, wie negatives. Ich von meiner Seite kann nur positiv davon berichten!

Die von mir verwendeten Jinbei-Blitze sind robust und stabil, man muss wissen wie man sie einsetzt und schon ist SuperSync sehr einfach anzuwenden.


Mir ist dann die Idee gekommen Sportler mit der SuperSync-Technik abzulichten. Ich habe mir also einen Blitz bei Foto-Morgen gekauft und trainiert, wie ich das Umgebungslicht weg bekomme, um nur mit dem Blitzlicht das Bild zu bestimmen. Ich habe die optimale Entfernung und verschiedene Lichtformer getestet. Da der Fotograf Joel Grimes mein großes Vorbild ist, war mir schnell klar in welche Richtung die Bearbeitung der Fotos gehen sollte. Ich will durch die leichte HDR-Bearbeitung dem Bild noch mehr Dramatik und Leidenschaft verleihen. Ich fing an Models zu fotografieren, um die Lichtwirkung von verschiedenen Lichtformern zu bestimmen.


Als dann eine Tageszeitung aus der Region auf mich zugekommen ist, die von meiner Idee gehört hatte, entstand mein freies Projekt “Sportler aus der Region”. Im Kooperationsprojekt Spotlight, das ich gemeinsam mit Jörg Hinderberger von der Rems-Zeitung in Schwäbisch Gmünd ins Leben gerufen habe, rücken Sportlerinnen und Sportler aus der Region Schwäbisch Gmünd in den Blickpunkt und ins Rampenlicht. Wir gehen das Wagnis ein und setzen die Athletinnen und Athleten auch und vor allem von Randsportarten in ein (Blitz)-Licht, so dass Sie Ihnen so außergewöhnlich erscheinen wie noch nie zuvor. Werfen Sie einen Blick auf unser Portfolio.

Ausser der Sportfotografie bin auch auch als Hochzeitsfotograf im Raum Schwäbisch Gmünd sehr oft unterwegs. Die Jahre haben mir Erfahrungen gebracht, die ich nie mehr missen und teilen möchte – ob im Bereich Lifestyle, im Kapitel Werbung für Ihr Unternehmen, in modernen, ganz besonderen Hochzeitsbildern.


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