Golf - Hilfe bei Depression?

Erfahrungsbericht eines Betroffenen

von Thorsten Wa und Kai Wunner

© VCG
© VCG

Wir kennen alle die Bilder von frustrierten Golfern, die schon auch mal den Schläger schmeißen, und doch ist genau dieser Sport hervorragend geeignet bei Depressionen oder Ängsten die Beschwerden zu lindern. Den kleinen weißen Ball über den Golfplatz zu jagen sorgt jedoch für mentale und emotionale Abwechslung und hilft dabei die Gedanken von den Depressionen und Ängsten zu lösen.

 

Welche Gefühlslage aus der Sicht eines Betroffenen zum Tragen kommt, zeigt sich bei folgendem offenem Brief von Thorsten Wa.

 

 

Depressionen zählen zu den häufigsten Formen psychischer Erkrankungen, ausgelöst durch Stress, Überlastung oder einfach schon in die Wiege gelegt. Ein Hauptproblem dabei ist die Antriebslosigkeit des Betroffenen. Hier zeigen sich schnell tolle Ansätze, wie der Golfsport helfen kann.

Vorteile für die Seele

Golf bringt uns nach draußen in die Natur an die frische Luft. Bewegung in wunderschöner Landschaft fällt einem deutlich leichter als zu Hause oder in einem Fitness-Studio und sorgt für den Extraschub an Vitamin D allein durch die Sonnenstrahlen. Die Konzentration und Achtsamkeit, die dieser Sport über Stunden erfordert, lenkt zwangsläufig von all den Sorgen und Ängsten ab, die im Alltag blockieren. Die soziale Aktivität, egal ob man mit irgendwelchen Hackern, ambitionierten Spielern oder Freunden, bis hin zum Plausch am Loch 19, wird auf dem Golfplatz geradezu zwangsläufig  gefördert.

Das Golfen grundsätzlich glücklich macht, kann man auch in einer Publikation der VCG nachlesen. In einer Studie von Stress- und Hormonexpertin Dr. med. Petra Sommer wurde nachgewiesen, dass die Cortisolspiegel sinken und die Glückshormone Serotonin und Dopamin ansteigen. Das kann dem Gesunden präventiv und dem Kranken therapeutisch helfen.

 

In den sozialen Netzwerken findet man illustre Themen, dort bin ich aber auch auf einem Text gestoßen, der mich sehr bewegt hat und Anlass für diesen Artikel war. Lest hier den Text von Thorsten Wa oder wie der Golfsport den kindlichen Spass im Leben aufrecht hält:

Ausball!  Strafschlag - Depressionen

Am Samstag, 02.04.2016, geht es zu meinem ehemaligen Jugendtrainer, zum GC Hösel in die Hände von Christian Niesing. Zu retten ist da eh nix mehr, aber darum ging es nie. Es ging immer nur um das Wiedersehen mit dem Menschen, den ich immer bewundert habe, der all das hat, was ich wollte.

 

Jung , innovativ, engagiert ... und für mich verdammt gut. Das dauerte keine 45 Sekunden und mein Kopf schaltet auf Vergangenheit, er schaltet auf die Zeit, die schön war. Auf die Zeit, die ich mein Leben leben durfte. Nicht gezwungen war das Leben für andere in Bahnen zu bringen die ich mit 16 Jahren garnicht kennen konnte. Tränen über Tränen, aber nicht vor Schuldgefühl, sondern vor Freude.

 

Auch Mitleid will ich nicht, wer mich kennt, weiß ziemlich genau, dass ich an einer Krankheit leide, die heutzutage gerne als Ausrede genommen wird, nicht arbeiten zu müssen, sein Leben zu leben oder Aufgaben anzunehmen. Unsichtbar ist diese Krankheit, gepaart von Selbstdarstellung und Ironie. Sobald sie ausbricht .... ein kleines Kind von 6 Jahren, das nur eins im Kopf hatte, Golf spielen. Golf unterrichten, Spass , Freude und Sport zu vermitteln.

 

Mein Weg führte mich woanders hin, aber nie weg vom Golf. Schreiben ist mein Hilfsmittel gegen das manchmal Auftretende: Angst, Selbstmitleid, Kummer, Trauer und Wut, die begleitenden Erscheinungen von Depressionen. Allerdings habe ich das nun mehr immer mehr im Griff, solche Ereignisse, die für euch als selbstverständlich gelten, wie einen Pro zu besuchen, sind für mich ganze Weltreisen. Ich habe die Koffer gepackt.

 

Ich dachte ich schreibe mal ein bisschen aus der Schattenseite des Thorsten Wa. der immer so arrogant und selbstsicher rüber kommt ...   Hatte ich besserwisserisch erwähnt? Etwas sagen zu dürfen, an etwas teilhaben sind die Dinge, die in der Depression gerne untergehen. Meine Methode deshalb:

 

"Hau auf die Kacke" .. und versteck dich nicht ...

 

 Golf ist absolute Therapie für mich, klingt komisch ist aber so ..

 

Deshalb braucht Golf auch Inklusion ... gerade für Kinder.

 

Niemand versteht es besser als Ich, als Betroffener, wie sehr man als Kind alleine ist, wenn man sich nicht ausdrücken und anvertrauen kann.

 

Schönes Spiel

 

P.S Danke Fabian Bünker für den Spruch

 

"Lieber links lang als rechts kurz."

Weitere Informationen zum Thema findet man in einer Publikation des VCG:

 

Raus aus der Depression – rauf aufs Grün

Thorsten Wa
Thorsten Wa

Thorsten Warias schreibt als Thorsten Wa auf Facebook und in seinem Blog deprithief über das Leben und seinen Umgang mit der Depression.


Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    Michael Gehringer (Freitag, 06 Mai 2016 12:35)

    Sehr bewegende Worte. Thorsten Wa, Du bist nicht allein.

  • #2

    Thorsten Wa. (Freitag, 06 Mai 2016 16:06)

    Das weiß ich Michael, nur verstecken die anderen sich gerne. Aus Scham , Angst und Verzweiflung.
    Wir leben in einer Gesellschaft wo Depressive als Massenmörder und Amokläufer teilweise dargestellt werden. Natürlich verkriecht sich der Depressive dann eher als aufzustehen. Das will ich ändern.

    Die wahren Kranken sind nicht die, die dran leiden, sondern die, die es nicht verstehen können.

  • #3

    Niklas Baumann (Freitag, 14 Juli 2017 12:25)

    Ich leide seit Jahren unter - nach Angaben der Ärzte - leichten Depressionen und nehme Medikamente dagegen, die mich einigermaßen in der Waage halten. Unbestritten ist, dass körperliche Aktivitäten und Sport gut gegen Depressionen sind. Leider gilt das nicht für jede Sportart und mit Golf habe ich genau die gegenteiligen Erfahrungen gemacht.

    Sofern man nicht das Talent hat, sich permanent weiterzuentwickeln (oder die Zeit, sehr viel zu trainieren) ist Golf ein Sport, der einem permanent die eigene Unzulänglichkeit vor Augen führt. Auch der Vergleich mit an sich unsportlichen oder sehr alten Menschen, die deutlich besseres Golf spielen, ist für mich äußerst demotivierend. Jede schlechte Golfrunde (Turniere vermeide ich ohnehin) zieht mich bis zu zwei Tage lang herunter. Ich habe allerdings Jahre gebraucht, um zu erkennen, dass meine Depression und der Golfsport nicht zusammenpassen und warum das so ist.

    Jetzt werde ich mit dem Golf aufhören und ein bis zwei Jahre beobachten, ob das meiner Gesundheit gut tut. Dass ich mich jetzt schon auf die Zeit ohne Golf freue, gibt mir Hoffnung, dass es der richtige Weg ist.

    N.B.

  • #4

    Kai (Freitag, 14 Juli 2017 12:39)

    @ Niklas:Bin ja nur Laie, aber mir scheint die Ergebnis-Orientierung das Problem zu sein. Mein Tipp einfach nur zum Spaß spielen, keinen Score notieren und einfach die Natur und das Erlebnis der Runde genießen. Und wenn das auf dem Golfplatz nicht geht, dann einfach so raus in die Natur!

  • #5

    An thorsten warias (Sonntag, 04 November 2018 23:42)

    hi.kann es sein das du deine kontokarte in bergisch gladbach schildgen vergessen hast.dann meld dich unter 01782886868
    Gruss Sascha

Golfsport regional

0711 GOLF CREW

Lifestyle

Golfevents & Reisen

Equipment

Training

Crossgolf