Vorsprung durch Technik

Quattro-Cup in Reutlingen-Sonnenbühl

von Jürgen Schaale

Am 25. Juni 2016 lud das Audi Zentrum Reutlingen im Namen des Veranstalters Audi AG zur 26. Auflage des beliebten Quattro-Cups auf den Meisterschaftsplatz des GC Reutlingen-Sonnenbühl.

 

96 Golferinnen und Golfer – davon kam genau die Hälfte von anderen Clubs – traten an, um in 2er-Teams die 18 Bahnen mit möglichst wenigen Schlägen zu bewältigen und die einzelnen Sonderprüfungen gut zu meistern.

Pünktlich um 8 Uhr ging es mit dem ersten Flight an Tee 1 los. Nach dem heftigen Regen und den Unwettern in der Nacht zuvor konnte man froh sein, dass vom Himmel nichts Nasses mehr runterfiel. Tatsächlich blieb es fast bis zum Schluss trocken. Immer wieder lugte sogar die Sonne zwischen den Wolken hindurch. Nur die letzten drei Flights mussten ihr Spiel kurz vor Ende für etwa 30 Minuten unterbrechen. Nicht weil es regnete – das macht gestandenen Golfern ja nichts aus – sondern weil ein Gewitter über den Platz zog und es deshalb einfach zu gefährlich wurde.

Nach dem sehr feuchten und überwiegend warmen Klima der letzten Wochen zeigten sich die in die schöne Alblandschaft gebetteten Bahnen in saftigen Grüntönen. Das Greenkeeping-Team um ihren Chef Piotr Sepski hatte in den Tagen zuvor ganze Arbeit geleistet. Makellos präsentierten sich die Grüns – spurtreu und mit gutem Speed rollten die Bälle in Richtung Loch. Die Fairways waren kurz gemäht und scharf konturiert. Wie auf den berühmten Turnierplätzen dieser Welt gingen sie seitlich in den Second Cut über und erst danach kam das Semi-Rough. Schon hier musste man richtig durchziehen, um den Ball einigermaßen ordentlich rausspielen zu können. Flog der Ball aber ins Hard-Rough, war es völlig unmöglich ihn vernünftig zu bewegen – vorausgesetzt, der Flight konnte die Kugel überhaupt finden. In solchen Momenten hätte man sich am liebsten eines der auf der Golfanlage ausgestellten und blitzblank polierten Quattro-Modelle geschnappt, um mit Vollgas durchs üble Rough zu pflügen. Da wären die edlen Geschosse aus Ingolstadt wenigstens ein bisschen gefordert gewesen, wo sie doch sonst eher auf gepflegtem Terrain oder Boulevards bewegt werden.

Ob die Chefs des Audi Zentrums Reutlingen, Gisela und Bernd Heusel, darüber so erfreut gewesen wären, bleibt dahingestellt. Sicher ist, dass sie organisatorisch und hinsichtlich des persönlichen Einsatzes alles gegeben haben und ganze Arbeit leisteten. Sei es nun bei der Begrüßung der Flights am Tee 1, bei der exzellenten Verköstigung im Halfway-House, beim Welcome-Back-Drink an Loch 19 oder bei der Abendveranstaltung im Clubhaus – mehr Sorgfalt, Charme und Herzlichkeit gehen nicht. Das betonte auch Clubpräsident Udo Rogotzki, der dem Ehepaar Heusel nach dem Diner für die langjährige Tradition und große Treue zum Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl herzlich dankte. Bernd Heusel hob in seiner Begrüßungsrede die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit über all die Jahre hervor. Weiter sagte er, dass sich der Golfclub am Biosphärengebiet auf einem sehr guten Weg befinde. Dies zeige vor allem der außerordentlich gepflegte Platz und die engagierte Gastronomie unter dem neuen Pächter Bruno Casola, bekannt als „Bruno der Butler“.

Nach dem Austausch derartiger Freundlichkeiten und dem Verspeisen eines leckeren Drei-Gänge-Menüs bat Bernd Heusel den Clubmanager Bernd Ruof, die Siegerehrung vorzunehmen. Schließlich wollten alle wissen, wie sie und ihre Teampartner beim Quattro-Cup abgeschnitten haben.

Bildergalerie Audi Quattro Cup - © Schaal / Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl e.V.

Zuerst wurden die Sieger der Spezialpreise verkündet. Den Wettbewerb „Nearest tot he Pin“ für Herren gewann mit 2,88 Metern Fabian Kullen. Dies war insofern überraschend, als dass der 19 jährige Kullen eher für seine brachial vorgetragenen Abschläge bekannt ist. Bei den Damen gewann Elisabeth Schaal mit sehr guten 81 Zentimetern das Rennen um den am dichtesten an der Loch-Fahne platzierten Abschlag. Das Gegenstück, den Longest Drive, holte sich Annika Rühl mit 221 Metern. Bei den Herren setzte sich Kristian Keller mit 279 Metern durch.

Da der Hauptpreis in dieser Turnierserie dem Netto-Sieger vorbehalten bleibt, gab Ruof zunächst das Bruttosieger-Team bekannt. Hier setzten sich die Single-Handicaper Kristian Kemmler und Benjamin Blank mit 33 Bruttopunkten souverän durch.

In der Netto-Klasse wurde es dann spannend. Hier konnte man von Platz Eins bis Drei die schönsten Preise abräumen. Manfred Lerch und Armin Rapsch (beide GC Hammetweil) belegten mit 39 Punkten den Dritten Platz. Auf Rang 2 kamen die Reutlinger Wolfgang Pretzl und Günther Bächle mit derselben Punktzahl. Mit 40 Nettopunkten siegten der Reutlinger Michael Friebe und Gerold Marquart vom GC Nippenburg. Damit lösten sie auch das Ticket zum großen Deutschlandfinale des Quattro-Cups in Bad Saarow.

In Begleitung guter Weine aus Bella Italia wurde noch viel über Roughs, Bunker und die richtige Team-Strategie diskutiert. Beim 27. Quattro-Cup im nächsten Sommer wird sich dann zeigen, ob aus den Erfahrungen in diesem Jahr die richtigen Lehren gezogen wurden. Sicher ist, dass Gisela und Bernd Heusel wieder ausgesucht schöne Audi-Quattros präsentieren werden. Getreu dem Motto „Vorsprung durch Technik“ klappt es dann wenigstens mit dem Fahren.

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