Golf auf den Azoren

Golf spielen im Golfstrom - Ein Naturschauspiel mitten im Atlantik

von Kai Wunner

Grün der 4C des Batalha Course - © Azores Golf, Allan Bradley
Grün der 4C des Batalha Course - © Azores Golf, Allan Bradley

Das Archipel der Azoren befindet sich mitten im Atlantik, nur fünf Flugstunden von Deutschland entfernt, und besteht aus 9 ganz unterschiedlichen Inseln.  Die eindrucksvolle Mischung aus bezaubernden Landschaften, liebenswerten Menschen mit einem ausgeglichenen Leben im Einklang mit der Natur begeistert jeden Besucher. Die zu Portugal gehörenden immergrünen Inseln sind nach wie vor ein kleiner Geheimtipp und deshalb von den großen Touristenströmen verschont geblieben!

 

Es gibt insgesamt drei Golfplätze auf den Azoren, zwei davon allein auf der Hauptinsel Sao Miguel, die man auch im Direktflug aus Deutschland gut erreichen kann.

Die Azoren sind ein Golfziel das nicht jeder kennt, was wirklich überrascht, betrachtet man die Schönheit der wilden Inseln. Alleine auf der Haupt-Insel São Miguel jagt ein Naturschauspiel das nächste, obwohl die Insel gerade mal eine Länge von 62 Kilometern und eine maximale Breite von 16 Kilometern hat. Zahlreiche heiße Quellen, Wasserfälle und Seen, die großartige Natur- und Pflanzenwelt, ein Paradies für Taucher, Segler und Walbeobachtung und sogar Europas letzte Teeplantage und all das auf dieser kleinen Insel. Neben dem Clube de Golfe da Ilha Terceira auf der Insel Terceira gibt es allein auf São Miguel zwei Golfplätze, die das Golferherz höher schlagen lassen.

Furnas Golf - traditonell im typisch britischen Stil

Grün von Bahn 9 Furnas Golf - © Serap Wunner
Grün von Bahn 9 Furnas Golf - © Serap Wunner

Eine knappe Stunde von der Hauptstadt Ponta Delgada entfernt liegt Furnas, eine einzigartige Stadt in einem Vulkankrater gelegen, umwachsen von üppigen, zum Teil endemischen Pflanzen mit einem wunderschönen See und zahlreichen heißen Quellen. Die heißen Quellen riechen nicht nur nach Schwefel, sondern auch nach leckerem Eintopf, denn der berühmte Cozido das Furnas wird direkt in der heißen Erde gegart, und Schilder verkünden, in welchem Restaurant man den Eintopf genießen kann. Das Ausgraben der Töpfe um halb eins am Mittag ist immer wieder ein großes Schauspiel.

 

Oberhalb des Vulkans auf 500 Metern gelegen liegt der Golfplatz von Furnas Golf.

Der Schotte Mackenzie Ross, bekannt für das Design des Golfplatzes von Estoril und für das Überarbeiten des berühmten Ailsa- und Arran-Course von Turnberry, zeichnete 1939 die ersten 9 Loch des Platzes im Parkland-Course-Stil. Die zweiten neun Loch wurden 1986 von  Cameron & Powell ergänzt, dabei wurde jedoch der vorgegebene Stil sehr authentisch beibehalten. Die beiden Golfplatz-Designer sind besonders stolz darauf, dass der Spieler nicht entdecken kann, welche Löcher von Mackenzie Ross und welche von den beiden gezeichnet wurden. Der PAR 72-Platz mit 6232 Metern Länge verläuft inmitten tropischer Vegetation mit den für die Azoren typischen japanischen Zedern und betont die Schönheiten der Natur beeindruckend.

Fairway der 17 Furnas Golf - © Serap Wunner
Fairway der 17 Furnas Golf - © Serap Wunner

Die engen Fairways im leicht hügeligen Gelände und die ondulierten Grüns sorgen für eine sportliche Herausforderung ohne zu überfordern. Auf Grund der größeren Entfernung zur Hauptstadt ist meist relativ wenig los, so dass man eine völlig entspannte Runde genießen kann.

 

Das Signature-Hole ist meines Erachtens die Spielbahn 17, eine der ursprünglichen Bahnen von Mackenzie Ross, ein 410 m langes PAR 4 von gelb. Es erfordert einen langen Drive, damit der zweite Schlag das Grün erreichen kann, das seitlich von einem See verteidigt wird. Im Clubhaus sollte man auf jeden Fall das berühmte Bolo lêvedo probieren, eine Brot-Spezialität aus Furnas.

Batalha Golf - Schauplatz der Ladies European Access Series

Blick vom Abschlag der 6B des Batalha Course - © Azores Golf, Allan Bradley
Blick vom Abschlag der 6B des Batalha Course - © Azores Golf, Allan Bradley

Nur 10 Minuten von Ponta Delgada entfernt liegt die 27-Loch-Anlage von Batalha Golf. Der sehr hügelige Kurs wurde 1993 von Cameron Powell Associates entworfen und beeindruckend mit großem Aufwand in das Vulkangestein gebaut. Der Kontrast zu den rauhen Wäldern rund um den Parkland-Course ist wunderschön. Schmale Bahnen, steiles Gelände und interessante Doglegs fordern Golfer aller Spielstärken in hohem Maß, und manch einer wäre froh, er hätte sich doch für ein Golf-Cart entschieden, nachdem er eine der steilen Bahnen bewältigt hat. Der A-Course ist noch am leichtesten zu gehen und hat doch schon einige Anstiege zu bieten. Bei B- und C-Course geht es dann jedoch richtig weit den Berg hinauf und glücklicherweise auch wieder hinab.

Grün der 4C des Batalha Course - © Azores Golf, Allan Bradley
Grün der 4C des Batalha Course - © Azores Golf, Allan Bradley

Die Wahl des Signature Holes fällt schwer - zu viele spektakuläre Löcher beeindrucken während der Runde. Auf dem A-Course vielleicht die Bahn 4, ein PAR 5, bei dem man mit einem mutigen Drive über den See das Dogleg deutlich abkürzen kann. Das hilft, denn der Rest der Bahn geht steil den Berg hinauf zu einem anspruchsvollem hängenden Grün. Auf dem B-Course ist es wohl die Bahn 6, ein beeindruckendes PAR 3, bei dem man von einer Kanzel herab abschlägt. Auf dem C-Course beeindruckt die Spielbahn 3, ein PAR 5 mit einem Doppel-Dogleg mit einem gut verteidigten stark ondulierten Grün. Hier geling ein guter Score nur mit äußerst präzisen Schlägen. Spielt man die Bahn das erste Mal, dann hat man fast keine Chance auf ein PAR. Die schönste Bahn des Platzes ist aber die Bahn 4 mit einer phänomenalen Aussicht.  Der Höhenunterschied hilft am Abschlag, so dass man mit dem Drive fast schon das Grün angreifen kann. Der krönende Abschluss einer Runde auf dem Batalha Golf ist das Clubhaus mit dem leckeren Essen, am besten auf der Terrasse mit Blick die Spielbahnen, das Meer und die beeindruckenden Berge von Sao Miguel.

Pilar Melo Antunes ist eine charmante Dame aus einer alten Azoren-Familie, sie ist verantwortlich für die beiden Golf-Anlagen auf Sao Miguel. Mit viel Charme erzählt sie von der Historie der beiden Anlagen, gibt Tipps wo man am besten Essen kann und welche Sehenswürdigkeiten man auf keinen Fall verpassen sollte. Aus Ihrer Sicht ist man für eine entspannte Runde am besten auf dem Furnas Golf aufgehoben. Wer die sportliche Herausforderung sucht, dem empfiehlt sie natürlich Batalha, weswegen hier ja auch die Ladies Azoren Open stattfinden, ein Turnier der LADIES EUROPEAN TOUR Access Series. Die Hotels auf Sao Miguel, die sich auf Golfer spezialisiert haben, wie zum Beispiel das ****Caloura-Hotel, bieten gemeinsam mit Golf Azores Island günstige Greenfee-Pakete an. Bei diesen Paketen kann man frei wählen, auf welchem der beiden Plätze die Voucher gelten sollen.

 

Beide Golfplätze kann man übrigens auch beim Azoren-ProAm erleben, dass vom 12. bis 19. Oktober 2017 stattfindet!

Golf auf den Azoren - da muss man gewesen sein!

Ein Golf-Trip auf die Azoren ist ein absolutes muss! Die sensationelle Natur, die unglaublich netten Menschen und natürlich die beeindruckenden Golfplätze. Das wird man mit Sicherheit nie mehr vergessen!

 

Auf der Insel wechseln sich weitläufige Seen, sattgrüne Wälder mit teils exotischen Pflanzen, üppige Weiden mit den allgegenwärtigen Rindern ab. Eine Mischung aus Irland und der Blumenpracht von Madeira. Von zahllosen Aussichtspunkten schweift der Blick über das wohl geordnete Inselparadies mit seinen steilen Berghängen zum Meer hin.  Rund um die Insel verteilt laden Lavastrände zum Verweilen ein. Berühmt ist auch Chá Gorreana, die älteste und derzeit einzige Teeplantage in Europa, in der schon seit 1883 Tee produziert wird.

 

Zu den 7 Naturwundern Portugals gehört der eindrucksvolle Einsturzkrater Caldeira de Sete Cidades mit seinen beiden sagenumwobenen Seen Lagoa Verde und Lagoa Azul. Vom Aussichtspunkt Vista do Rei hat man das Gefühl als würden sich die grün und blau schimmernden Seen berühren. 

 

„Die Schönheit dieses Anblicks ist mit Worten nicht zu beschreiben.“

 

Dies waren die Worte eines spanischen Königs zu Besuch am Rande des sagenumwobenen Ortes und namensgebend für den Aussichtspunkt.

 Blick vom Aussichtspunkt Vista do Rei auf die Caldeira de Sete Cidades - © Serap Wunner
Blick vom Aussichtspunkt Vista do Rei auf die Caldeira de Sete Cidades - © Serap Wunner

Neben vielen zahlreichen, kleineren Seen locken noch insbesondere der 1652 beim letzten großen Erdbeben entstandene Lagoa do Fogo auf fast 1000 Meter über dem Meer. Von hier hat man einen großartigen Ausblick über die ganze Insel, wenn der Gipfel des Vulkankraters nicht gerade wolkenverhangen ist.

 

Überhaupt kann das durch den Golfstrom ganzjährige milde Klima grundsätzlich sehr wechselhaft sein. Wolkenbildung und Niederschläge sind zwar zu jeder Jahreszeit möglich, aber naturgemäß überzeugen die Azoren mit ihren teils langen Schönwetterperioden und angenehmen Temperaturen. Die Durchschnittstemperaturen schwanken über das ganze Jahr verteilt zwischen mindestens 13.6 °C und maximal 22 °C. Auf den Azoren kann man teilweise alle Jahreszeiten an einem Tag erleben.

 

Gastronomischer Schwerpunkt auf den Azoren ist der frische Fisch, Meeresfrüchte und die saftigen Steaks. Berühmt für frischen Fisch ist die Bar Caloura direkt an einem kleinen Fischerei-Hafen gelegen. Hier gibt es keine Karte, sondern es wird einfach aus dem fangfrischen Fisch aus der Theke ausgewählt. Auf Grund des Grundschleppnetz-Fischerei-Verbots rund um die Azoren werden die Fische noch in traditioneller Art gefischt! Eine weitere gute Adresse für frischen Fisch ist das Cais 20 in São Roque, einem Vorort von Ponta Delgada.

 

Den schon erwähnten Cozido, den Eintopf aus vulkanischer Erde, kann man gut im Restaurante O Miroma in Furnas genießen. Im Restaurante Bar Colégio 27 in Ponta Delgada gibt es hervorragende Steaks bei cooler Musik. Eine Möglichkeit sich quer durch die azorianische Küche zu essen bietet das A Tasca in Ponta Delgada, das die örtlichen Spezialitäten nach Art spanischer Tapas serviert.

 

Unser persönliches Highlight war aber das Restaurant Boca de Cena in Ponta Delgada. Der Wirt Ricardo führt ein stylisches Lokal mit 30 Plätzen und ausgezeichneter Küche, das in der Regel ausgebucht ist. Das eigentliche Phänomen ist jedoch, dass er das alles ganz alleine macht! Er ist der Koch, die Bedienung, der Sommelier und trotzdem immer zu einem kleinen Small Talk bereit, ohne dass der Service darunter leidet. Er ist die wahrhaftige "One Man Band"!

 

Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Gastronomie auf den Azoren ist ähnlich und wie im übrigen Portugal sehr gut.

 

Alles in allem ist ein Besuch der Azoren absolut zu empfehlen! Für Golfer im speziellen,  aber auch einfach nur wegen der sensationellen Natur und den freundlichen Menschen!

 

Weitere Informationen zum Golf auf den Azoren und den Sehenswürdigkeiten findet man unter den folgenden Links:

 

www.azoresgolfislands.com

 

www.terceiragolf.com

 

www.visitazores.com

 

www.calourahotel.com

 

Direkt-Flüge ab Deutschland gibt es bei SATA:

www.sata.pt

 

Alternativ fliegt man über Lissabon mit TAP:

www.flytap.com 

 

Oder mit airberlin über Düsseldorf direkt:

www.airberlin.com

 

Bildergalerie Batalha und Furnas Golf - © Azores Golf, Allan Bradley und PIO MARS PHOTOGRAPHY

Youtube-Video Furnas Golf

Youtube-Video Batalha Golf

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