Garten-Moser-Turnier

Hoch lebe das Greenkeeping

Es grünt so grün wenn Sonnenbühls Blüten blühen – so oder ähnlich war man versucht, am 16. Juli 2017 ein Liedchen zu trällern auf dem Weg zum Kanonenstart an einen der 18 Abschläge auf dem Meisterschaftsplatz am Biosphärengebiet Schwäbische Alb. An diesem wettermäßig herrlichen Sonntagmorgen Punkt 11 Uhr wurde die 8. Auflage des traditionellen Garten Moser-Turniers mit der Start-Kanone angeschossen.

von Jürgen Schaal

Insgesamt 91 Golferinnen und Golfer hatten sich sehr rechtzeitig zu diesem beliebten Turnier-Ereignis angemeldet, um tatsächlich auch einen der begehrten Startplätze zu ergattern. Schon vor dem Meldeschluss war die Warteliste lang und sie wäre noch länger gewesen, wenn es die meisten nicht eh gewusst hätten, dass beim Kanonenstart die Teilnehmerzahl naturgemäß begrenzt sein würde. Es gibt eben einfach nur 18 Abschläge respektive Bahnen, auf die man bei Einmalbelegung halt auch nur 75 Personen verteilen kann. Um die 92 Angemeldeten überhaupt unterbringen zu können, musste man an fünf Tee-Boxen gleich zwei Flights starten lassen.

Das riesen Interesse am Garten Moser-Turnier kann durchaus als Anerkennung der Leistungen des Greenkeeping-Teams um ihren „Head“ Piotr Sepski gewertet werden. Die Trockenschäden auf den Fairways als Folge der extremen Hitze im Juni sind deutlich weniger geworden. Alle Grüns glänzen durch Schnelligkeit und höchste Spurtreue. Schön auch der Anblick gut konturierter „Second Cuts“ und gepflegter Semi-Roughs. Die Bunker sind hübsch geharkt, die Kanten sauber gestochen und vom Sand innendrinnen gibt’s reichlich.

Das freute auch die Sonne, die sehr angenehme Temperaturen produzierte und die herrliche Landschaft im besten Licht erstrahlen ließ. So kamen vor allem die Teilnehmer anderer Clubs aus dem Staunen gar nicht mehr raus angesichts der geräumigen Albhochflächen, tiefen Täler, üppig bewaldeten Berge ringsum und der über allem majestätisch schwebenden Milane, die sich wegen des seltsamen Anblicks Golf spielender Menschen schon lange keine Gedanken mehr machen. Wer das Glück hat, in dieser traumhaften Kulisse regelmäßig golfen zu dürfen, macht keinen Fehler, dies alles immer wieder ganz bewusst wahrzunehmen.

Das Turnier selbst ist von den Moser-Leuten mit einem fahrenden Getränkeservice und süßen Stückchen im Halfway-Haus hingebungsvoll begleitet worden. Vielleicht war das der Grund, warum zehn Turnierteilnehmer respektive 10,98 Prozent aller es geschafft haben, ihre Handicaps zu unterspielen. Nur der beste Spieler des Turniers sowie des Golfclubs Reutlingen-Sonnenbühl hat dies nicht geschafft, obwohl er am Ende den Bruttosieg davontrug. Das ist der Fluch von Handicaps im Plus-Bereich, wo die Luft sehr dünn wird. Die Rede ist vom amtierenden Clubmeister Kristian Kemmler, der vor dem Turnier mit einem Handicap von +0,1 geführt wurde. Im Brutto brachte er nach seiner Runde 33 Punkte auf die Clubterrasse. Dennoch musste er eine „Verschlechterung“ seines Handicaps um 0,1 Punkte auf nunmehr 0,0 hinnehmen.

Doch bevor die Siegreichen offiziell geehrt werden konnten und bevor das leckere, reichhaltige BBQ eröffnet wurde, ergriff Rainer Wagner als Gastgeber das Wort und begrüßte die Turniergesellschaft zur Abendveranstaltung aufs Herzlichste. Wagner ist Geschäftsführer der im Jahr 2011 gegründeten Moser-Tochtergesellschaft Grün- und Landschaftspflege GmbH & Co. KG. Als Garten- und Landschaftsbauer mit Meistertitel sowie Mitglied im GC Reutlingen-Sonnenbühl hat er im Jahr 2016 die Verantwortung fürs Greenkeeping übernommen, nachdem der Club Garten Moser bereits in 2010 damit betraut hatte. Wagner erwies sich als Idealbesetzung an der Spitze des Greenkeepings in Sonnenbühl. Seit seiner Übernahme hat der Platz noch einmal qualitativ einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Damit hat er bewiesen, dass das Moser-Motto „Wir schaffen Natur“ gelebt wird und der vielfach zitierte „bewusste Umgang mit der Natur“ ihm eine Verpflichtung ist. Weil der sehr gute Platzzustand in Sonnenbühl mehrere Väter und auch ein Tochter hat, bat Wagner sein in voller Stärke anwesendes Greenkeeping-Team sich zu erheben. Der laute und langanhaltende Applaus für Piotr Sepski, Isabelle Herrmann, Manfred Kunrad, Armin Hummel und Artur Zbrog war wohlverdient und eine Anerkennung. Danach richtete Clubpräsident Udo Rogotzki sein Grußwort an die Teilnehmer und die Firma Moser als Turnierveranstalter. Rogotzki hob noch einmal die sehr gute Arbeit des Greenkeepings hervor und das partnerschaftliche Miteinander zwischen Clubvorstand und Rainer Wagner als Verantwortlicher bei Garten Moser.

Nach einem flotten Service der Mannschaft von Bruno dem Butler, welche schnell und gekonnt ausgesuchte Getränke an weit über 100 durstige Kehlen auf der Clubterrasse verteilte, läutete Spielführer Michael Reiher die Siegerehrung ein. Zunächst durften sich die Gewinner der Spezialpreise dem Publikum zeigen. Im „Longest Drive“ waren dies Sabine Baisch mit 172 Metern und Florian Rauscher, der seinen Abschlag an Bahn 13 ganze 288 Meter weit hinauswuchtete. Dass sie auch gefühlvoll kann, zeigte Sabine Baisch an Bahn 3, wo der „Nearest to the Pin“ ausgetragen wurde. Dort war sie mit 5,15 Metern siegreich. Bei den Herren bewies Jürgen Schäfer vom GC Rochushof mit 1,50 Metern, dass es das starke Geschlecht noch besser kann.
 
Im Netto der Handicap-Klasse A (-,- bis 15,9) errang Rena Rusko mit 38 Punkten den ersten Platz. Damit verbesserte sie ihr Handicap von 10,8 auf 10,4. Zweiter wurde Walter Möck mit 37 Punkten. Sein gutes Golf an diesem Tag bescherte ihm nicht nur einen schönen Preis, sondern auch ein um 0,3 Punkte auf 12,1 verbessertes Handicap. 36 Punkte erspielte sich Horst-Peter Wiegand. Das brachte ihm den 3. Platz ein. Sein Handicap blieb mit 13,5 unverändert.

In der Netto-Klasse B (16,0 bis 22,4) wurden ganz andere Hausnummern gespielt. Mit sehr respektablen 41 Punkten zeigte der 12 Jahre junge Ian Binanzer sehr deutlich seinen Anspruch und belegte souverän den 1. Rang in dieser Klasse. Damit einher ging eine Verbesserung seines Handicaps von 22,4 auf 20,4. Den 2. Platz schnappte sich Peter Ammann. Seine 38 Punkte brachten ihm viel Applaus bei der Ehrung und ein neues Handicap, welches sich von 21,9 auf 21,1 verbesserte. Mit demselben Score von 38 schaffte Birgit Herrmann Rang 3. Auch sie bekam viel Beifall und so ganz nebenbei ein neues Handicap von 21,2 (zuvor 22,0).

Von den Punkten her wieder etwas zivilisierter ging es in der Netto-Klasse C (22,5 bis 54,0) zu. Abonnement-Siegerin Antonia Oelhafen spielte eine 37 und war damit erneut ganz oben auf dem Treppchen. Ihr Handicap schraubte sie damit von 30,5 auf 30,0 runter. Platz 2 erreichte Sven Seiler vom Schwaben Golf-ER – an diesem Tag der einzige nicht Sonnenbühler mit einem Podestplatz. Auch er spielte eine 37 und freut sich über sein neues Handicap von 22,8 (zuvor 23,2). Damit war aber auch schon Schluss mit der Großzügigkeit der Golfer von der Reutlinger Alb, denn Platz 3 ging mit ebenso 37 Punkten an das Clubmitglied Beate Diem. Die Pfulingerin verbesserte damit Ihr Handicap von 42 auf 41.

Als Schlusspunkt der Siegerehrung durfte Brutto-Sieger Kristian Kemmler nach vorne kommen. Wie bereits erwähnt, ist es ihm trotz höchster Punktzahl im geschlechterübergreifenden Brutto-Contest nicht gelungen, sein Handicap von +0,1 zu halten. Dafür hatte er die Ehre, die Brutto-Rede zu halten, was ihm routiniert und mit viel Herzlichkeit sehr gut gelang.

Als die Gäste dachten, nun wäre der offizielle Teil der Veranstaltung vorüber und man könne sich dem leckeren Dessert sowie weiteren Getränken zuwenden, schnappte sich Moser-Chef Rainer Wagner nochmal das Mikrofon und kündigte einen finalen Sonderpreis an. Dazu rief er Erich Ott auf, der darüber sehr erstaunt war. Wagner ehrte Ott für seinen Auftritt in der Herren-Umkleide, wo er mittels fetziger Musik aus einem Bluetooth-Lautsprecher für beste Stimmung beim Duschen und Föhnen sorgte. Ein großer Regenschirm mit Moser-Logo war der Dank des Turnierveranstalters an Erich Ott.

Es wurde noch bis weit in die Nacht hinein gefeiert. Wieder einmal zeigte es sich, dass tolle Turniere, eine gute Gastronomie und der passende Rahmen für die Golferinnen und Golfer aller Clubs einen sehr hohen Stellenwert haben. Gewiss muss man sich auch keine Sorge machen, dass es in Sonnenbühl weiterhin so grün grünt und alles blüht. „My Fair Moser“ wird sich darum mit viel Herzblut kümmern.

Bildergalerie zum Garten-Moser-Turnier - © Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl e.V.

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