Urban Golf mit Handicap

Barrieren überwinden – Barrieren abbauen

von Oliver Nothdurft

Den Stuhl als Ziel fest im Blick - ©UrbanGolf Shop
Den Stuhl als Ziel fest im Blick - ©UrbanGolf Shop

Mitmach-Aktion am 28. Oktober zwischen der Ludwigsburger Fußgängerzone und dem Marktplatz – Infos zur Arbeit eines Behindertenbeauftragten!

 

Beim „Urban Golf mit Handicap“ zeigt die „Initiative kommunale Behindertenarbeit“ am Samstag den 28.10.2017 ab 9 Uhr, wie Hindernisse einen Spieler erschweren den Ball erfolgreich einzulochen. Barrieren führen zu einem Handicap, beim Urban Golf ebenso wie in Alltagssituationen. Die Golfbahn lädt an der Südseite der Stadtkirche zwischen Fußgängerzone und Marktplatz zum Mitmachen ein.

Beim Urban Golf mit Handicap wird das "Einlochen" mit einem Schlag durch die Größe und Lage des Ziels verändert. Möglich sind Hindernisse oder aber Hilfen.

Inklusion & Golf - Quelle: www.golffotografie.de
Inklusion & Golf - Quelle: www.golffotografie.de

Übertragbar sei das auf Lebenssituationen im Alltag, so Oliver Nothdurft, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Stadt Remseck. „Ein Mensch ist nicht behindert, er wird behindert“ ergänzt er. Die „Initiative kommunale Behindertenarbeit“ wird bei der Durchführung ihrer Aktion vom UrbanGolf Shop unterstützt. Wie im Alltag Barrieren abgebaut werden können, das erfahren Interessierte beim Urban Golf selbst.  Wie die Umsetzung in den Gemeinden möglich ist, wo speziell die Tätigkeitsfelder des kommunalen Behindertenbeauftragten liegen, das will die Initiative unter anderem an Schautafeln aufzeigen. Angefragt und eingeladen sind zudem der Behindertenbeauftragte des Kreises, Dr. Eckhardt Bohn, und Antonio Florio vom Verein „Selbstbestimmt Leben im Landkreis Ludwigsburg e.V.“. Dr. Bohn wird vom Landrat voraussichtlich zur Wiederwahl vorgeschlagen, Herr Florio hat hingegen durch eine Initiativbewerbung seinen Hut in den Ring geworfen.

 

Antonio Florio hat sichtlich Spaß - ©UrbanGolf Shop
Antonio Florio hat sichtlich Spaß - ©UrbanGolf Shop

Eine Gemeinde kann, so Max Bleif (Inklusionsaktivist), viel Konkretes tun: öffentliche Gebäude behindertengerecht sanieren, Formulare in einfacher Sprache und barrierefreiem Format entwickeln oder die Beteiligung von Menschen mit Behinderung an politischen Prozessen fördern. Experten in der Stadtplanung, Architektur und Baurecht hatten lange Zeit kein Bewusstsein für Barrierefreiheit im baulichen Sinne, so Joana Armbruster (PH-Studierende), daher müssen auch Experten, die Behinderungen im Alltag kennen und erkennen, frühzeitig interdisziplinär in Planungsprozesse einbezogen werden. Experten können zum Beispiel örtliche Inklusionsbeauftragte sein. Diese Unterstützung regelt das Landesbehindertengleichstellungsgesetz (L-BGG).

Chippen für einen guten Zweck - ©The GolfFellas
Chippen für einen guten Zweck - ©The GolfFellas

Die Landkreise sind seit 2016 verpflichtet, einen kommunalen Behindertenbeauftragen zu benennen. Dieser unterstützt die Fachleute in den Gemeinden, vertritt selbst die Interessen von Menschen mit Behinderung und ist zudem deren Ansprechpartner als Ombudsmann. Die Stelle des kommunalen Behindertenbeauftragten im Kreis Ludwigsburg wird auf den 01.01.2018 wiederbesetzt. Die Aktion zeigt auf, wie vielfältig eine Gemeinde Barrieren abbauen kann. Dies zeigt auch, wie groß die Bedeutung des kommunalen Behindertenbeauftragten ist, der die 39 Städte und Gemeinden im Landkreis bei allen Angelegenheiten die Menschen mit Behinderung zu beraten hat. „Die Stelle sollte daher hauptamtlich besetzt und öffentlich ausgeschrieben werden.“, so Armin Haller (Kreisrat). „Da die Aufgaben das Ehrenamt überfordern würden“, ergänzt Moritz Säzler (Gesundheits- u. Krankenpfleger). Die Mittel dafür würden vom Land voll übernommen.

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