Gänse und ganz viele Bilder

Vernissage und Martinsgansessen im Golfclub

von Jürgen Schaal

Bei fünf Grad über Null, Wind und Dauerregen jagt man keinen Hund vor die Tür, doch Golfer sind aus härterem Holz geschnitzt. Zwar wurde auf das obligatorische Turnier am Martinstag verzichtet, aber nicht auf das Martinsgans-Essen. Etwa 75 Gäste sind gekommen. Vielleicht lag es daran, dass neben dem kulinarischen Angebot auch das künstlerische stimmte.

Petra Nowak-Ruchay stellte im Clubrestaurant samt Nebenzimmer einen Teil ihrer Werke aus. Präsident Udo Rogotzki begrüßte die Künstlerin, die in Böhringen lebt und in Nürtingen eine Galerie betreibt. „Über einen Schnupperkurs im Sommer entstand der Kontakt. Spontan stiftete sie für den Preis des Präsidiums ein Bild, das die Bruttosiegerin Andrea Zundel mit nach Hause nehmen durfte“, erzählte der Präsident. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass sie und ihr Mann schon im nächsten Jahr öfter im Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl zu sehen sein werden.

Clubmanager Bernd Ruof hielt für die erkrankte Eva Lindloff, eine gute Freundin der Künstlerin, die Laudatio auf Petra Nowak-Ruchay. Das erste, was dem Betrachter beim Anblick einfalle, so Ruof, sei die Plastizität und das Leuchten der Farben. Fast magisch fühle man sich angezogen, den Impuls unterdrückend, die Bilder anzufassen. Die teils großflächigen Werke entstünden in ihrem Atelier auf der Alb. Wie ein roter Faden ziehe sich das philosophische Spannungsfeld von Fakten und subjektiven Empfindungen, die sie auslösen, durch ihre Werke. Die Abstraktion des Faktischen, das Herausarbeiten des emotionalen Kerns der Dinge, gelinge ihr durch Mischtechnik in Acryl und Öl, oft in Verbindung mit anderen Materialien. Bitumen-Grundierungen kämen zum Einsatz, Quarzsand, Marmormehl und Holzrinde.

Petra Nowak hat ihr Atelier in Böhringen, wo sie auch mit der Familie lebt, und in Nürtingen ist ihre Galerie – eine Künstlerin also, die in Schwaben lebt, aber keine Schwäbin ist. Typisch schwäbisch sei aber ihre Karriere. Trotz früh erkanntem Talent setzte sie nicht auf die Unwägbarkeiten des Kunstmarkts sondern erlernte was Gscheits. So dauerte es bis zum Jahr 1991, bis sie sich wieder verstärkt der Malerei zuwandte. Es folgten Jahre des Unterrichts und Kurse bei namhaften Künstlern, immer gepaart mit eigenem Experimentieren, mit harter Arbeit daran, eine eigene Bildsprache zu finden. Und dass sie diese Bildsprache gefunden hat, betonte Bernd Ruof in seiner Laudatio, davon könne man sich heute Abend überzeugen. Vielleicht sei ja die Emotionalisierung bei dem einen oder anderen Gast so groß, dass er ein Bild mit nach Hause nehme. Es soll ja nicht der Maler, Zeichner und Aphoristiker Wilhelm Busch Recht behalten, den Bernd Ruof zum Schluss zitierte: „Oft trifft man wen, der Bilder malt, viel seltener wen, der sie bezahlt“.

Damit so viel Kultur und Intellektuelles nicht auf den Magen schlägt, hatte Bruno der Butler ein leckeres Gans-Essen vorbereitet. Wer wollte konnte vorab eine Kürbiscremesuppe goutieren und mit einem Dessert das Menü abrunden. Bei einem oder mehreren Gläsern Rotwein wurden die Tischgespräche in Sachen Kunst, Kulinarik und Golf vertieft. Wer nicht dabei sein konnte, hat noch bis zum 30. November die Möglichkeit, die Kunstwerke von Petra Nowak-Ruchay im Clubrestaurant zu betrachten. Weil die Themen Kunst + Kulinarik so gut angenommen wurden, sollen weitere Veranstaltungen dieser Art im Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl folgen. Eine gute Idee, die kalte Jahreszeit auf der rauen Alb auf diese Art zu versüßen.

Bilder-Galerie zum Event - © Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl e.V.

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