Vom Rookie zum Gejagten!

Plötzlich die Nummer 1 auf der Long Drive European Tour!

von Robin Horvath

© Robin Horvath
© Robin Horvath

Weit schlagen konnte ich schon immer. Der Rest meines Golfspiels war aber leider sehr dürftig, sodass es im Golfbereich nicht zu großen Erfolgen reichte. Damals wusste ich aber noch nicht was noch so kommen sollte. Vor ungefähr einem Jahr entdeckte ich die Leidenschaft Long Drive für mich. Anfangs kaufte ich mir aus Spaß einen Longdriver und haute einfach mal drauf los.  Und zu diesem Zeitpunkt klappte noch gar nichts, ich dachte sogar öfters, dass das Thema Long Drive doch nichts für mich ist. Aber ich blieb dran, erstmal relativ unverbindlich und strukturlos. Es klappte immer besser, und so wollte ich es mal im Wettbewerb ausprobieren.

Mit einem Freund reiste ich nach Slowenien und machte dort Urlaub. Zu dieser Zeit fand dort auch ein Wettbewerb der Long Drive European Tour, und ich versuchte mein Glück als Amateur. Anfangs klappte nicht wirklich viel (320 Yards), doch dann knallte ich zwei wirklich gute Drives raus (365,5 Yards) und wurde Siebter.

THE HUNGARIAN HULK in Aktion - © Long Drivers European Tour
THE HUNGARIAN HULK in Aktion - © Long Drivers European Tour

Ich merkte, dass ich gut mithalten könnte, ich jedoch noch viel zu unkonstant war. Das Hauptproblem war den Korridor zu treffen. Bei diesem Wettkampf brach auch mein Driverkopf, und so musste ich mir gezwungenermaßen mehrere Driver zulegen. Dabei testete ich auch viel. Mit großer Unterstützung von meinem Clubmaker Gerald Friz www.rh-yourperformance.com/golf-und-it feilten wir an meinem Material.

 

Parallel schaute ich mir fast jeden Tag die Schwünge der erfolgreichsten Long Driver dieser Welt an. Was musste man technisch beachten, um weiter zu schlagen? Gibt es Dinge, die entscheidend waren? Diese Fragen beantwortete ich mir Schritt für Schritt, wobei ich immer noch im ständigen Lernpozess bin. Außerdem wichtig ist die körperliche Fitness. Daran arbeite ich in 4-6 Trainingseinheiten pro Woche. Das Thema Schnellkraft ist hier der entscheidende Faktor. Aufgrund meines Studiums und Berufs www.rh-yourperformance.com habe ich aber auch meine Expertise in diesem Bereich. Das half mir sehr mich zu verbessern. Wobei ich auch oft feststellen musste, dass es in der Praxis meist anders aussieht. Die theoretische Trainingslehre ist schön und gut, aber nicht alle vermeintliche Gesetzmäßigkeiten sind wirklich umsetzbar.

2018 begann mein Jahr als Long-Drive-Profi. Ich wollte das Ganze professioneller angehen und auch um das Preisgeld mitspielen. Der erste Wettbewerb fand in Frankreich statt. Freitags hielt ich noch einen Vortrag zum Thema Leistungsfähigkeit in unserem neuen Clubraum. Hier zeigte ich auf, wie man leistungsfähiger werden kann. In der Theorie passte also die Vorbereitung. Das Ganze war aber ein bisschen stressig, denn am nächsten Morgen fuhr ich direkt weiter nach Frankreich. An diesem Tag trafen sich alle Athleten, und es gab eine offizielle Trainingseinheit.

THE HUNGARIAN HULK in seiner typischen Pose - © Long Drivers European Tour
THE HUNGARIAN HULK in seiner typischen Pose - © Long Drivers European Tour

Dabei konnte man schon mal eine kleine Duftmarke hinterlassen. Danach war schnelles Regenerieren angesagt und gutes Essen. Ich ging früh ins Bett, damit ich am folgenden Tag fit war für den Wettbewerb. Nach einem reichhaltigen Frühstück und einem perfekten Aufwärmprogramm ging es los mit der Vorrunde. 30 Athleten aus ganz Europa kämpften um den Einzug in die Top 16. Mit 376 Yards verbesserte ich meine persönliche Bestweite (davor 365 Yards) und zog locker in die nächste Runde ein. In den Top 16 folgte dann ein weiterer solider Drive von 372 Yards, welcher die Qualifikation für das Viertelfinale bedeutete. Von da an ging es mit einem K.O System weiter. Es wurden 3 Sets gespielt a 6 Bällen. Man musste zwei für sich entscheiden, um zu gewinnen.

 

Im Viertelfinale setzte ich mich dann gegen den „ German Bomber“ Timo Petrasch durch, in 2:1 Sätzen. Im Halbfinale traf ich auf den Südafrikaner Dewald Lubbe. Hier hatte ich im ersten Satz Probleme und konnte keinen Drive im Korridor unterbringen (OB-out of bounds). Lag folglich 0:1 hinten, konnte aber dann knapp ausgleichen (375 zu 372 Yards). Im letzten Satz kam es dann zu einem Nervenkrimi. Wir beide hatten bis dato, nach 5 Drives, noch keinen Ball im Korridor untergebracht. Mit dem letzten Drive (371 Yards) traf ich dann nervenstark den Korridor und sicherte mir den Einzug ins Finale!

Im Finale wartete der letztjährige Gesamtsieger Matt Nicolle aus England. Dann folgte jedoch die Überraschung. Ich ging mit einem 388 Yards Drive in Führung! (Matt Nicolle: 381 Yards). Ich musste nur noch einen Set gewinnen! Leider konnte ich im zweiten Set, nach 5 Bällen, noch keinen Korridortreffer verbuchen. Matt Nicolle hatte schon einen sehr guten Drive im Korridor verbucht. Alle waren auf einen entscheidenden dritten Set vorbereitet. Doch dann geschah das Unfassbare: Ich ballerte meinen letzten Drive auf 399 Yards!!!! Ich entschied die Partie mit 2:0 und war plötzlich der Champion! Es war ein wirklich geiler Tag! Anschließend durfte/musste ich noch im See baden.

THE HUNGARIAN HULK auf dem Siegerpodest - © Long Drivers European Tour
THE HUNGARIAN HULK auf dem Siegerpodest - © Long Drivers European Tour

Der zweite Wettbewerb fand in Belgien statt. Jetzt war ich als Rookie plötzlich der Gejagte und das war ein komisches Gefühl. Ich wollte allen beweisen, dass der Sieg in Frankreich kein Zufall war. Ich erreichte einen respektablen 3. Platz und verteidigte meine Topposition in der Rangliste der Serie.


Für mich ist alles noch so ein bisschen unwirklich und unfassbar. Den ursprünglichen Plan mit dem  „Reinschnuppern“ kann ich jetzt vergessen. Man geht Dinge meist mit einer lockeren Einstellung an, da man dann nachher Ausreden hat, warum es nicht funktioniert hat. „Habe eh nicht viel trainiert….ist mir egal, ich seh das eh nicht so ernst“. Man hat Angst vor Niederlagen und davor, dass sich der Fleiß nicht auszahlt. Von dem Gedanken muss man sich lösen, und davon habe ich mich auch gelöst. Selbstvertrauen ist sehr wichtig im Long- Drive, das werde ich aufrecht erhalten und weiter hart arbeiten. Wohin der Weg geht werden wir sehen. Ziele sind gesetzt. Um mich weiter zu entwickeln suche ich immer noch nach Unterstützern und Sponsoren. Vielleicht kannst du mir helfen? Kommendes Wochenende geht es weiter mit dem nächsten Wettbewerb in Schweden.


Zum Abschluss: Ich bin dankbar für das Geschehene! Und um eins nochmal klarzustellen: Long Drive ist geil und bereichert den Golfsport! Teilt es in die Welt hinaus!

 

Euer Hungarian Hulk!

 

www.HungarianHulk.com

Robin Horvath

© Robin Horvath
© Robin Horvath

Ab 2018 spielt er als Long Drive Professional auf der European Long Drive Tour.

 

Als Personal Trainer und Ernährungsberater betreut er Freizeitsportler, sowie auch einige professionelle Golfer. Er bietet individuelles Training an, sowie auch spezielle Programme. Das Programm „Fitness&Golf“ bietet er zusammen mit dem Golfprofessional Florian Jordt auf dem Gelände des GC Bad Liebenzell an: www.rh-yourperformance.com/fitness-und-golf

 

Außerdem besteht die Möglichkeit in der Indoorhalle in Heimsheim mit ihm zu trainieren. Dort arbeitet er gemeinsam mit Schlägerbauer und Analysespezialist Gerald Friz: www.rh-yourperformance.com/golf-und-it

 

Facebook: Yourperformance

 

www.rh-yourperformance.com


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Kommentare: 1
  • #1

    Heinrich (Freitag, 04 Mai 2018 08:20)

    Ich habe so einem Event noch nie beigewohnt aber nach dem Artikel scheint es ja wirklich Spass zu machen sich das anzuschauen. Wahrscheinlich wäre mitmachen noch spannender aber dafür reichen meine Drives um Längen nicht. Was ich herauslese scheint aber auch der mentale Aspekt hier eine große Rolle zu spielen. Denn er schreibt, im Endspiel brauchte er nur noch ein zweites Set gewinnen aber nach dem fünften Versuch immer noch keinen Korridortreffer hinbekommen, sein Gegner jedoch schon. Ich kenne das im kleineren Maßstab, stehst am Tee, die Bahn vor Dir, den Driver in der Hand und fragst dich, ob das was wird. Nach dem ich öfter solche Zweifelmomente hatte, habe ich mal einen Coach ausprobiert bei www.mentaltraining-golf.de und es wurde mit der Zeit besser, eben auch eine Trainingssache. Wenn ich mir jetzt aber vorstelle, ich muß dort stehen wie der H. Hulk, habe dann noch die ganzen Zuschauer um mich herum und brauche einen Korridortreffer über, wahrscheinlich 380 Yards...und hau dann so ein Pfund von 399 Yards raus...Wahnsinn. Ist das Glück oder doch über die Übung nacher mit der passenden Nervenstärke echtes Können? So oder so, ich glaube, wenn so ein Wettbewerb mal nach Deutschland kommt, werde ich mir das anschauen, irgendwie reizt mich das. Schöner Artikel, mal eine "andere" interessante Seite des Golfsports.

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