Leitfaden für ein Schläger-Fitting

Wie soll ein Fitting ablaufen?

von Helmut Krämer

© Helmut Krämer
© Helmut Krämer

Über das Thema Fitting wird oft und viel gesprochen. Doch wie sollte ein Fitting tatsächlich ablaufen, damit der Kunde am Ende auch dauerhaft etwas von den neuen Schlägern hat und nicht nur während des Fittings?


Der folgende Leitfaden über Fitting und Schlägerbau, professionell betrieben, dient als minimale Arbeitsgrundlage sich in die Hände eines Fitters zu begeben.

Grundlegendes zum Schläger-Fitting:

 

  1. Es sollte/muss ein ausführliches Gespräch geführt werden, über das was der Kunde eigentlich möchte oder erwartet.
  2. Ich empfehle immer etwas Materialkunde zu vermitteln, aufzuzeigen was ein Schaft ist und wie wichtig es ist, den richtig zu verbauen. Auch wenn es so ausschaut, ist kein Schaft ist tatsächlich rund denn jeder Schaft hat ein Eigenleben (Stichwort: FLO – Flat Line Oszillation).
  3. Unabdingbar für eine weitere Zusammenarbeit ist, dass das vorhandene Material des Spielers in Augenschein genommen werden muss. Die Spielspuren sollten angesehen werden, eine wichtige Frage dabei: Mit welchem Schläger kommt man gut klar? Gibt es einen Lieblingsschläger?
  4. Der ganze Satz sollte vermessen werden, um einen Überblick zu bekommen wie das Bag Setup überhaupt zusammenpasst. Werte für Schaftlänge, Flex, Lie, Loft und Schwunggewicht sollten gemessen und festgehalten werden.
  5. Statisches Vermessen des Spielers als Grundlage für die Schaftlänge und Griffgröße. Ist- und Soll-Zustand wird ermittelt.
  6. Dynamisches Fitting: Unterschiede der einzelnen Kopf-Designs ansprechen und die jeweiligen Vor- und Nachteile erklären.
  7. Einspielen mit den eigenen Eisen. Eisen 5 zum Ermitteln der SKG, Eisen 6 (in der Regel) als Fitting Eisen spielen. Aufgrund der Daten eine Strategie besprechen, wie es jetzt weitergeht. Mögliche Verbesserungspunkte werden auf Basis des Launchmonitors (Flightscope) aufgezeigt, bzw. sollte der Satz perfekt passen und kein oder nur ein sehr geringes Verbesserungspotenzial bieten, dann wird das auch klar gesagt.
  8. Auswählen eines Kopf-Designs, meistens auf Basis des gespielten Kopf-Designs.
  9. Spielen mit verschiedenen Schäften, wobei Länge und Gewicht eine vorrangige Rolle spielen sollten.
  10. Wenn die Schaftlänge und Schaftgewicht näher festgelegt sind, werden verschiedene Schaftdesigns und Flex in der Gruppe (Modelle) gespielt. Der Schaft sollte immer vermessen und gerichtet (mind. im Spine) gespielt werden. Der Flex in CPM, ohne Griff gemessen, bekannt sein.
  11. Wenn die Kombi aus Kopf und Schaft feststeht, wird mit verschiedenen Schwunggewichtungen versucht die Ergebnisse der Daten weiter zu verbessen, es wird sozusagen der finale Wohlfühlfaktor ermittelt.

 

Wichtig ist, dass alle Daten des Schlägers, der final ausgewählt wurde, bekannt sind und im Schlägerbau zu 100% ausgeführt werden.

Das bedeutet, auf Basis des festgelegten Schlägers werden die Daten der anderen Eisen-Schläger gebaut. Alle Schäfte werden im Flow gerichtet und in Frequenzabständen von 4 - max. 6 cpm gebaut. Man kann dann auch noch auf den Spieler eingehen, wie der Schwunggewichtsverlauf im Satz gebaut werden sollte.


Die restlichen vorhandenen Schläger des Spielers werden auf das neue Material soweit wie möglich angepasst: Schäfte werden gerichtet und neu verbaut, Griffe gewechselt, und wenn es aufgrund des Materials absolut nicht passt, wird die Möglichkeit besprochen, wie es weitergeht.

Um es ganz klar zu sagen, das was ich hier geschrieben habe ist KEIN MUSS, jeder kann es halten wie er will.

Es heißt ja auch Leitfaden, den kann man auch durchschneiden oder was auch immer damit machen. Es wird eben immer über Fitting geredet und keiner weiß so richtig, was es ist und bedeutet. Der Leitfaden schließt alles, was man technisch machen kann ein. Wer weniger machen will, soll es tun.

 

Die wichtigste Information ist jedoch: Schläger-Fitting und Schlägerbau gehören unabdingbar zusammen.

Über den Autor:

Helmut Krämer betreibt seit 10 Jahren die Firma Golf Fit Service in Ravenstein/Merchingen. Seine Maxime ist jedem Spieler etwas Passgenaues auf den Schwung zu bauen, dies ist durch seine große Produktpalette kein Problem.

 

Er verbaut Köpfe von namhaften Herstellern aus Japan. Bei den Schäften gibt es keine Grenzen.

 

 

 

Das Eisen Fitting ist auf ein eigenes Adapter System GFS Adapter aufgebaut. Dieses System verwenden nur einige ausgewählte Fitter in Deutschland.

 

 

 

Dadurch ist er in der Lage eine große Bandbreite von Kopf und Schaftkombinationen zum Fitting anzubieten, die exakt dem entspricht, was man dann auch gebaut bekommt.

 

 

Golf Fit Service Ravenstein

Helmut Krämer

 

Fitting Center und Schlägerbau in Perfektion

 

 

 


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